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Kaarst: Schmetterlingsfeld soll bald erblühen

Kaarst : Schmetterlingsfeld soll bald erblühen

Gestern haben Ehrenamtliche das Gräberfeld für Früh- und Fehlgeburten neu gestaltet.

Ungewohntes Bild gestern Vormittag auf dem Kaarster Friedhof: Damit die bisher triste Umgebung der Schmetterlingsstelen in Zukunft immer bunt und fröhlich aussieht, setzen 20 Konfirmanden und einige Erwachsene mit großem Eifer zahlreiche Blumenzwiebeln und Stauden in die Erde. "Das ist eine gute Aktion", findet Lisa und Elena ergänzt: "Der Platz wird viel schöner und es ist nicht so traurig für die Eltern". Nach einem von Ulrike Coenen vom gleichnamigen Hofladen ehrenamtlich erstellten Pflanzkonzept und Blütezeitkalender werden demnächst unter anderem Krokusse, Maiglöckchen, tränendes Herz, Farne, Glockenblumen und Silberkerzen den Platz in eine ganzjährige blühende Augenweide verwandeln.

"Das sind alles pflegeleichte Pflanzen für den trockenen Schatten", erklärt die Fachfrau. Wie kam es dazu, dass es nun zwei Stelen für fehl- und viel zu früh geborene Kinder gibt, deren Leben nur einem Hauch glich? Die Kinder hatten seit 2004 im Schmetterlingsfeld auf dem Kaarster Friedhof eine gemeinsame Ruhestätte. Diese kam auf Initiative von Ratsfrau Sabine Kühl (SPD) im Rahmen einer Überarbeitung der Friedhofssatzung zustande. "Nach mehreren Wochen waren bereits einige Kinder dort bestattet", erinnert sie sich. Doch von betroffenen Eltern wurden sowohl die relativ kleine Stele als auch ihr Platz nicht als schön empfunden: Namen zur Erinnerung konnten nicht angebracht werden. Eine durchgehende Hecke und eintönige Rasenfläche ließen die Gestaltung lieblos erscheinen. Bei einer erneuten Friedhofsbegehung stießen die evangelischen Pfarrerinnen Maike Neumann und Annette Marianne Begemann die Idee an, das Schmetterlingsfeld komplett umzugestalten.

Gemeinsam mit der katholischen Kirche wurde ein ökumenischer Antrag auf Unterstützung bei der Neusser Sparkassenstiftung eingereicht. Sie stellte 3500 Euro zur Verfügung. "Wir helfen sehr gerne dabei, trauernden Eltern einen angemessenen Ort zu bieten", erklärt Sparkassen-Betriebswirt Volker Meierhöfer. Auch private Spenden flossen - so setzte Steinmetz Wolfgang Kuhn in der vergangenen Woche eine zweite, größere Stele. "Dort können die Namen der Kinder auf kleinen Einzeltafeln aus Bronze angebracht werden - wunschgemäß gestaltet, wobei auch zusätzliche Sprüche und bunte Buchstaben möglich sind", erläutert er. Die Stadt übernahm die Kosten für Entfernung der Hecke und Aufstellung einer Bank als Ruhezone. "Nun werden hoffentlich mehr Paare das Angebot nutzen - früher wichen sie wegen des Zustands auf dem Feld auch auf andere Grabstätten aus", weiß Pfarrerin Maike Neumann.

(NGZ)