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Kaarst: "Schlüssel": Kasse manipuliert

Kaarst : "Schlüssel": Kasse manipuliert

Drei ehemals leitende Angestellte der Düsseldorfer Altstadt-Brauerei "Zum Schlüssel" stehen ab Donnerstag vor dem Landgericht. Dem Trio wird Untreue in Millionenhöhe vorgeworfen. Einer der Angeklagten kommt aus Kaarst.

Kaarst/Düsseldorf Für Karl-Heinz Gatzweiler, Inhaber der traditionsreichen Düsseldorfer Altstadt-Brauerei "Zum Schlüssel", wird der Vertrauensverlust am schmerzlichsten sein — abgesehen von den rund 1,1 Millionen Euro Schaden, die ihm beziehungsweise seinem Gastronomiebetrieb durch manipulierte Abrechnungen innerhalb von vier Jahren entstanden sein sollen.

Davon geht jedenfalls die Staatsanwaltschaft aus. Am Donnerstag beginnt vor dem Düsseldorfer Landgericht der Prozess gegen drei ehemalige Betriebsleiter der Hausbrauerei. Untreue in mehr als 1000 Fällen wird den 34, 41 und 43 Jahre alten Männern vorgeworfen. Einer von ihnen — der 43-Jährige — kommt aus Kaarst.

Falsche Tagesberichte

Seit September 1987, so steht es in der Anklageschrift, war der Mann beim "Schlüssel" beschäftigt. Im Mai 2000 wurde er sogar zum "Oberbetriebsleiter" befördert. In dieser Position war der Kaarster unter anderem für den gesamten Wareneinsatz, insbesondere aber die Kasse verantwortlich. Und das soll er sich ab einem gewissen Zeitpunkt, gemeinsam mit seinen Kollegen, zunutze gemacht haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die drei Angeklagten rund vier Jahre lang, von Juli 2005 bis Juni 2009, heimlich in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Durchschnittlich eine Viertelmillion Euro jährlich schafften sie bei der Abrechnung der Tageseinnahmen der Köbesse (Brauhauskellner) angeblich auf die Seite. Alle hatten weitreichende Vollmachten über den Gastronomiebereich, über die Mitarbeiter und über deren Bargeldabrechnungen, die jeden Abend anstanden.

Im "Schlüssel"-Brauhaus legen die Kellner den Betriebsleitern am Ende des Arbeitstages ihre Kassenbons und ihre Bargeldeinnahmen vor. Erst nach der Prüfung und Abrechnung sämtlicher Köbesse sollen die beschuldigten Betriebsleiter, so die Anklage, erhebliche Beträge ins Minus gebucht haben. Anschließend seien dann falsche Tagesberichte mit geringeren Einnahmen der Köbesse an die Geschäftsleitung weitergeben worden, heißt es.

Aufgeflogen ist der angebliche Millionenschwindel, als die Geschäftsleitung im Laufe der Zeit merkte, dass die Menge der eingesetzten Waren nicht mehr zu den zu erwartenden Umsätzen passte. Die Strafkammer hat bis Ende August acht Verhandlungstermine angesetzt. Prozessauftakt ist am Donnerstag, 21. Juli, 9 Uhr, Werdener Straße 1, Saal E 122.

(NGZ)