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Kreuz Kaarst: Schilder verwirren viele Autofahrer

Kreuz Kaarst : Schilder verwirren viele Autofahrer

Verkehrsteilnehmer empfinden die Umleitungsempfehlungen in der Großbaustelle als irreführend. Zu Staus kommt es vor allem im Berufsverkehr.

Hermann R. fährt fast jeden Tag über die A 52 von Mönchengladbach mit dem Auto nach Düsseldorf zur Arbeit — und abends wieder zurück. Vor allem morgens steht R., der Manager eines großen Telekommunikationsunternehmens ist, im Kreuz Kaarst meistens im Stau. Der Berufspendler macht dafür nicht die Großbaustelle verantwortlich, sondern die Beschilderungen für die Umleitungen. "Die Hinweise sind die Ursache für das Verkehrschaos", ist sich R. sicher.

Aus Mönchengladbach kommend führen zwei Fahrspuren mitten durch das Kreuz nach Düsseldorf: Eine befindet sich ganz links, die andere führt über die eigentliche Abfahrtsspur. "Doch die meisten Autofahrer benutzen nur die linke Spur, die dann verstopft ist, während die Nebenfahrbahn frei ist", sagt R.

Zudem käme es dort oft zu Beinahe-Unfällen, weil Autofahrer immer wieder kurz vor der Gabelung abbremsten, um sich links einzufädeln, statt einfach der Abfahrspur zu folgen. Ähnliche Erfahrungen wie R. hat auch Dietmar Brockes gemacht. Der Verkehrsexperte der FDP-Landtagsfraktion fährt ebenfalls jeden Morgen dieselbe Strecke zur Arbeit.

Aber auch andere Fahrverbindungen im Kreuz Kaarst führen zur Konfusion. Wer zum Beispiel von der A 57 aus Richtung Krefeld kommend ins Kreuz fährt, wird erst wenige Kilometer — und nicht weiträumig — vor der Baustelle auf die veränderte Straßenführung hingewiesen. Sofort ersichtlich für den Verkehrsteilnehmer — vor allem wenn er das erste Mal in die Baustelle fährt — ist es zudem nicht, dass die direkte Verbindung nach Düsseldorf gesperrt ist. "Nirgends steht, dass man erst Richtung Mönchengladbach fahren, die Ausfahrt Kaarst-Nord nehmen und dann dort drehen und wieder zurück auf die A52 muss, um nach Düsseldorf zu kommen", sagt Berufspendler Pascal Hüssler aus Moers. Bis auf wenige Ausnahmen verhalte es sich in der Großbaustelle mit der gesamten Beschilderung so. Der zuständige Landesbetrieb Straßen NRW kann die Kritik der Autofahrer jedoch nicht ganz verstehen. "Unsere Arbeiter vor Ort haben bislang kaum solche Probleme festgestellt", sagt ein Sprecher. "Das ist nun mal eine Großbaustelle, die sich auch immer wieder verändert — und damit auch die Beschilderung."

Der Neubau des Kreuz Kaarst ist Bestandteil des sechsspurigen Ausbaus der Autobahn 57. Durch den Verkehrsknotenpunkt fuhren vor dem Umbau täglich bis zu 100 000 Fahrzeuge. Rund 9000 Pendler vom Niederrhein wechselten dort jeden Morgen von der A 57 auf die A 52. Sie weichen nun unter anderem über die A 44 aus.

Auch wenn sich Herrmann R. jeden Morgen über die Verkehrsführung ärgert: Auf der Rückfahrt abends hat er nichts zu beanstanden. Von Düsseldorf nach Mönchengladbach sei die Beschilderung sehr gut, sagt er und fragt: "Wieso kann das nicht an den anderen Stellen auch so sein?"

(RP)