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Kaarst: "Salix" zeigt Vielfalt der Kunst

Kaarst : "Salix" zeigt Vielfalt der Kunst

Mal fragil, mal handfest: In einer Gemeinschaftsausstellung zeigen acht regionale Künstler in Büttgen ihre neuesten Arbeiten. Als Gast ist diesem der Neusser Jürgen Zaun mit seinen Skulpturen zu sehen.

Die jährliche Ausstellung der Künstlergruppe Salix ist immer ein besonderer kultureller Höhepunkt — das ist diesmal nicht anders. Noch bis zum 13. Juni präsentieren die acht Mitglieder ihre neuesten Arbeiten und zeigen damit eine enorme Vielfalt künstlerischen Schaffens. Aber sie setzen einen drauf und holten sich Verstärkung aus Neuss: Als Gast stellt Jürgen Zaun Skulpturen aus, bei denen der Stein im Mittelpunkt steht.

Elke Beyer schuf weite Räume, in die der Betrachter eintauchen kann. Zu sehen sind überwiegend abstrahierte Nordseeimpressionen. Auf Details kommt es der Büttgenerin nicht an, keine Menschenseele ist da zu sehen und auch auf schöne Strände hat sie verzichtet.

Um den Menschen geht es bei Klaus Büschgens. Die immer wiederkehrenden Formen fallen auf, erst bei genauerem Hinsehen wird das Wechselspiel zwischen Form und Figur deutlich. Die rhythmisch-fragilen Gebilde, die den Menschen als positive und negative Form erkennbar werden lassen, drücken das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach Gemeinschaft und Isolation zugleich aus.

Bei Klaus Fabian liegt alles nebeneinander: Er gewährt unter anderem einen "Einblick in mein Ich", hat arrangiert, was für ihn Bedeutung hat, hat fotografiert, gedruckt, gezeichnet, gemalt und so seine kleine, aber sehr dichte Welt auf den Punkt gebracht. Der für ihn typische Käfer darf da nicht fehlen.

Rose Köster zeigt erneut kraftvolle Malerei, diesmal kommt das Figürliche nicht zu kurz. Ihre Bilder tragen unverkennbar ihre "Handschrift". Auch die Holzskulpturen können zweifelsfrei Uli Mader zugeordnet werden. Typisch für ihn sind witzige Werke wie die Schwimmerin, die auf dem Griff einer Mistgabel thront oder der dickliche Mann, der ein Vollbad nimmt.

Christoph Rehlinghaus lässt mit seiner aktuellen Malerei genug Spielraum für Assoziationen des Betrachters, bleibt häufig schemenhaft, begnügt sich mit kleinen Formaten. Ganz anders Wilhelm Schiefer: Seine Vexierbilder am Fenster der Städtischen Galerie aus speziellem Sperrholz sind schon von weitem zu erkennen und warten darauf, vom Betrachter "gelesen" zu werden.

Burkhard Siemsen zeigt die Entwürfe, die er zum Thema "Ein Kreuz für den Ratssaal" gemacht hat — ein Brückenschlag zwischen den Religionen. Die Enttäuschung darüber, dass das Projekt nicht umgesetzt werden konnte, versucht Siemsen gar nicht erst zu verbergen.

Nicht enttäuscht, sondern stolz, bei den Salices mit ausstellen zu dürfen: Jürgen Zaun. Er holt den Stein vom Boden, platziert ihn in luftiger Höhe, was den Betrachter irritiert, und ermuntert damit, mit alten Gewohnheiten zu brechen, Neues zu wagen, Überkommenes zu hinterfragen.

(NGZ)