Kaarst: Regiobahn soll zweigleisig ausgebaut werden

Kaarst: Regiobahn soll zweigleisig ausgebaut werden

Die Gespräche zwischen Stadt und Regiobahn laufen positiv. Planfeststellung soll im Sommer sein.

Weil sie das Johanna-Etienne-Krankenhaus in Neuss für Kaarster nur sehr schwer erreichbar ist, hatte sich Lore Herzog beim Bürgermonitor der NGZ gemeldet. "Für Ältere oder Gehbehinderte ist die Strecke von der Bushaltstelle an der Venloer Straße bis zur Klinik eine wahre Zumutung", sagte die Seniorin. Alternativ müsse sie ein ganzes Stück weiter in Richtung Neusser Innenstadt fahren, um dort in einen Bus umzusteigen, der das Etienne-Krankenhaus direkt anfährt.

An eine geänderte Linienführung des aus Kaarst kommenden Busses 851 wird bei den Stadtwerken Neuss, die die Buslinie betreiben, augenblicklich nicht gedacht. Und auch die Stadt Kaarst, die für das Nahverkehrskonzept auf ihrem Gebiet zuständig ist, sieht keine Notwendigkeit für eine Änderung oder Ausweitung des Busverkehrs zum Johanna-Etienne-Krankenhaus.

Die Nachfrage sei nicht so groß, hieß es von der Technischen Beigeordneten, Sigrid Burkhart. Sie verwies darauf, dass die Stadt schon einmal einen Haltepunkt der Regiobahn am Krankenhaus beantragt habe. Der sei abgelehnt worden.

Nun aber könnte die Regiobahn-Haltestelle "Johanna-Etienne-Krankehaus" doch schon bald Realität werden. "Wir haben mit der Regiobahn über den zweigleisigen Ausbau der Strecke gesprochen, uns über die technischen Rahmenbedingungen geeinigt - und rechnen damit, dass in diesem Sommer das Planfeststellungsverfahren für den zweigleisigen Ausbau beantragt wird", sagt Burkhart. Dieses Genehmigungsverfahren, dass alle größeren Infrastrukturmaßnahmen durchlaufen müssen, ist allerdings ein länger dauernder Prozess. "Der Baubeginn für die Strecke würde dann wohl frühestens in zwei Jahren sein", so Burkhart.

Das Verfahren sei, sagt die Technische Beigeordnete der Stadt, aber auch der zeitaufwendigste Teil des Projekts. "Wenn mit dem Bau begonnen worden ist, rechnen wir schon rund ein Jahr später mit der Fertigstellung der zweiten Trasse", so Burkhart. "Es ist klar, dass diese Lösung den Bürgern, die zum Etienne-Krankenhaus möchten, kurzfristig nicht nutzt", so die Technische Beigeordnete.

Der zweigleisige Ausbau ist Voraussetzung dafür, dass überhaupt ein Haltepunkt "Etienne" eingerichtet werden kann.

(NGZ)