1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: Rauch-Terrassen vor dem Schützenzelt

Kaarst : Rauch-Terrassen vor dem Schützenzelt

Das seit einigen Tagen geltende neue Nichtraucherschutzgesetz fordert die Fantasie der Schützen für die anstehenden Feste. In der Regel wird vor den Zelten ein Bereich für die Raucher ausgewiesen. Und man hofft auf Disziplin.

Mit der Kirmes in Driesch am kommenden Wochenende beginnt der Reigen der Schützenfeste in Kaarst. In den Vorbereitungen befassten sich die Bruderschaften dieses Mal auch mit den Überlegungen zum Umgang mit dem Rauchverbot. Bisher waren Brauchtumsveranstaltungen davon ausgeschlossen, doch zum 1. Mai ist ein strengeres Nichtraucherschutzgesetz in Kraft getreten. Damit wird auch im Festzelt das Rauchen untersagt.

Die St.-Aldegundis-Bruderschaft Driesch muss es nun den anderen Schützen in Kaarst vormachen. Um alle Vorgaben zu erfüllen, hat sich der Vorstand mit der Stadt im Vorfeld abgestimmt. "Wir hängen im Zelt Verbotsschilder auf und werden draußen ein paar Stehtische und Aschenbecher aufstellen", sagt Präsident und Brudermeister Matthias Urban. An den Abenden sind mit Schützen und Gästen rund 300 Menschen im Zelt. "Es ist wünschenswert, wenn die Schützen beim offiziellen Programm im Zelt bleiben und draußen keine Zweit-Kirmes entsteht", so Urban.

Eine ganz andere Größenordnung bietet das Kaarster Schützenfest im Juni. Samstags sind erfahrungsgemäß etwa 2500 Leute im Zelt. "Wir werden über das Mikro an die Vernunft der Raucher appellieren, auch wenn es ihnen schwerfällt", sagt Schützensprecher Guido Otterbein. Das Zelt werde nach vorne hin um eine Bahn vergrößert, um neben dem Eingang eine kleine Terrasse als Raucherbereich zu schaffen. Außerdem werden dieses Jahr statt einem großen zwei kleinere Bierwagen vor dem Zelt stehen, um den Andrang zu entzerren. "Ansonsten haben wir noch ein paar Optionen im Kopf, aber wir warten erst einmal das Schützenfest auf der Furth ab. Dann können wir immer noch reagieren", so Otterbein.

Zu den Optionen gehört etwa eine Kontrolle im Zelt durch den Sicherheitsdienst. Ein separater Zugang in eine Raucherzone würde dagegen dem Aufwand nicht entsprechen, denn dafür müsste dort zusätzliches Sicherheitspersonal eingesetzt werden.

Bei jeder Kirmes ist mit einer größeren Fluktuation im Eingangsbereich zu rechnen. "Im Schnitt geht jeder Besucher dreimal raus und wieder rein, um eine Wurst zu essen oder einfach Luft zu schnappen", erklärt der Brudermeister der St.-Eustachius-Schützenbruderschaft Vorst, Thomas Schröder. Da man selbst erst im September Kirmes feiert, werde man sich anderswo gegebenenfalls noch etwas abschauen, sagt Schröder.

Einen Raucherbereich soll es auch in Holzbüttgen geben. Dafür wird das seit 2011 größere Festzelt räumlich wieder um eine Bahn verkleinert, allerdings bleibt der Boden als Terrasse bestehen. "Ich hoffe natürlich darauf, dass die Raucher nicht permanent draußen stehen. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass die Anzahl der Raucher im Schützenkreis zurückgegangen ist", sagt Brudermeister Volker Schöneberg. In Büttgen ist dagegen eine Veränderung beim Zelt aus Platzgründen nicht möglich. Dort wird sich die Bruderschaft mit dem Verbot arrangieren und die Raucher nur nach draußen bitten können.

(NGZ)