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Kaarst: Rabe macht den Vorstern Angst

Kaarst : Rabe macht den Vorstern Angst

Seit gut drei Wochen treibt ein schwarzer Vogel im Ort sein Unwesen. Er versucht, sich bei Menschen auf den Kopf zu setzen, klaut Spielzeug und klopft an Fensterscheiben. Vor allem Kindergartenkinder sind verschreckt.

Es ging los vor drei Wochen, mit einer Attacke auf eine Praktikantin im Kindergarten St. Antonius in Vorst. Ein bisschen wie im Hitchcock-Film "Die Vögel" muss das in diesem Moment gewesen sein. Jedenfalls landete aus heiterem Himmel ein pechschwarzer Vogel auf dem Kopf der jungen Frau. Seither sorgt der Rabe (oder die Rabenkrähe) vor allem im Kindergarten, aber auch vor dem Rewe-Markt und auf dem Spielplatz für Verunsicherung.

"Inzwischen wird der Vogel immer frecher", sagt Mutter Camilla Altvater. "Einen Spielplatzbesuch mussten wir in der vergangenen Woche abbrechen, weil das Tier völlig unberechenbar auf die Kinder losging. Viele Familien sind sehr besorgt, denn der Vogel ist verhaltensauffällig und in der Tat ziemlich einschüchternd."

Auch Lydia Thomasen und Christel Lüpken, Erzieherinnen im Kindergarten St. Antonius, berichten von regelmäßigen Begegnungen mit dem unheimlichen Raben. "Er versucht, sich bei Menschen auf den Kopf zu setzen, klaut Spielzeug und klopft an die Fensterscheibe", erzählt Lüpken. "Man hat das Gefühl, dass er den Kontakt mit Menschen durchaus gewohnt ist. Jedenfalls zeigt er überhaupt keine Scheu."

Die Kindergartenkinder, sagen die Erzieherinnen, reagieren darauf mit einer Mischung aus Neugier und Panik. Momentan dürfen sie zum Spielen nur in Begleitung eines Erwachsenen raus. "Wir versuchen ihnen zu erklären, dass das kein normales Vogelverhalten ist", sagt Thomasen.

Kindergartenleiterin Klaudia Hofman hat bereits die Untere Jagdbehörde beim Rhein-Kreis Neuss informiert. "Dort heißt es, man könne vorerst nichts tun, man müsse die nächsten zehn Tage abwarten, weil der Vogel womöglich Junge habe und sich deshalb außergewöhnlich verhalte", berichtet Camilla Altvater. "Bis dahin soll man ihn nicht füttern, was aber viele leider tun, um ihn loszuwerden." Für die Familien in Vorst, so Altvater weiter, sei das eine wirklich schwierige Situation. "Wir fragen uns, ob die Behörde nicht doch mehr tun kann, zum Beispiel indem sie prüft, ob es tatsächlich ein Nest gibt." Für die NGZ waren die zuständigen Mitarbeiter gestern nicht zu erreichen.

(NGZ)