Quartiersinitiative begleitet ältere Menschen in Büttgen

Leben im Quartier : Initiative begleitet „Älterwerden“ in Büttgen

Die Quartiersinitiative möchte ältere Menschen unterstützen, begleiten und sie vernetzen. Die Auftaktveranstaltung ist am 4. Juli.

Menschen beim Älterwerden begleiten, sie unterstützen und ihnen helfen, selbst aktiv zu werden – all das hat sich die „Quartiersinitiative Älterwerden in Büttgen“ zur Aufgabe gemacht. „Dabei ist es uns wichtig, keine Vorgaben zu machen, es ist ein offener Prozess, den alle mitgestalten können, die sich angesprochen fühlen“, sagt Cordula Bohle vom Caritasverband des Rhein-Kreises Neuss. Es gehe darum, so Bohles Kollegin Bettina Kasche, gemeinsam zu gestalten, was man sich für das Älterwerden wünscht.

Auslöser für die Quartiersinitiative war der „Sozialplan Alter“, den die Stadt Kaarst zwischen 2015 und 2017 erstellen ließ. Er beinhaltet Zahlen, Problemlagen und Bedarfe in Bezug auf das Älterwerden in den verschiedenen Stadtteilen. So auch in Büttgen, denn hier leben die meisten Menschen über 60. Von insgesamt 6400 Menschen im Stadtteil sind nahezu 33 Prozent 60 Jahre und älter. Bohle: Das ist im Durchschnitt deutlich mehr als anderswo.“ In anderen Städten würden die Zahlen weit unter 30 Prozent liegen.

Somit ergab sich die Herausforderung, Maßnahmen zu entwickeln, damit ein selbstbestimmtes Leben im Alter mit sozialen Kontakten und Unterstützung möglich ist. In Expertenworkshops, Bürgerbefragungen und -werkstätten wurden bereits Wünsche und Bedarfe erfragt. Aus den Ergebnissen während der rund einjährigen Projektplanung sind folgende Themenfelder hervorgegangen, die im Projekt aufgegriffen werden: Infrastruktur und Mobilität, woraus etwa ein ehrenamtlicher Fahrdienst entstehen könnte. Gestaltung der Ortsmitte, Kontakte und Nachbarschaft, Information, Beratung und Qualifizierung sowie das Oberthema Unterstützung und Begleitung.

Dabei betonen Bohle und Kasche, dass dies lediglich erste Ideen sind. „Erst der Projektverlauf und die aktive Beteiligung der Bürger werden zeigen, welche Schwerpunkte und Initiativen tatsächlich entstehen.Wir helfen dann zu vermitteln oder unterstützen bei der Organisation.“ In Büttgen gebe es auch bereits viele Angebote, die womöglich nur nicht von jedem wahrgenommen wurden. Ein erster Schritt zum Aufbau des Projektes war daher ein Workshop mit Akteuren, die bereits vielfältige Angebote und Dienste anbieten. Dazu kamen im April Vertreter der Stadt Kaarst, von Wohlfahrtsverbänden, Kirchen sowie aus Vereinen und Initiativen mit dem Ziel der Vernetzung zusammen.

Menschen, die sich selbst engagieren möchten, fehlt womöglich der richtige „Anpack“, um ihre Hilfe anzubieten. Wieder anderen fehlt eventuell ein geeigneter Raum, um beispielsweise einen Gesprächskreis zu starten. Darum ist die Einrichtung eines Quartierscafés als Treffpunkt geplant. Dort sollen ältere Menschen sowohl zu einer Tasse Kaffee als auch zu Information und Beratung eingeladen werden.

Die Initiative richtet sich an Menschen, die im Quartier, leben. Daher findet am Mittwoch, dem 4. Juli von 16 bis 19Uhr die Startveranstaltung für interessierte Menschen aus Büttgen statt, die die Menschen ins Gespräch bringen soll, damit herausgefunden werden kann, was die Menschen im Quartier, also in Büttgen, wirklich bewegt, wie sie im Alter leben möchten und welche Unterstützung sie dafür brauchen.

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