Kaarst: Projekt Bürgerbus kommt nicht voran

Kaarst : Projekt Bürgerbus kommt nicht voran

Vor allem die Konzeption der Streckenführung bereitet Probleme. Von der Verwaltung wünscht sich der Verein mehr Unterstützung.

Die Initiatoren für den Bürgerbus Kaarst kommen zu einem Punkt zurück, an dem sie bereits im März dieses Jahres angelangt waren: Sie resignieren. Damals wurde das Projekt von der Senioren-Initiative Kaarst auf Eis gelegt, weil sie keine Freiwilligen fanden, die einen Bürgerbusverein führen würden. Als Albert Butzmühlen davon hörte, meldete er sich und ließ sich wenige Wochen später zum Vorsitzenden wählen. "Dass die Umsetzung so schwer wird, habe ich anfangs nicht gedacht", sagt Butzmühlen heute. Es gebe viele Kleinigkeiten, die ihn ärgern und nahe ans Aufgeben bringen. "Wir arbeiten noch etwas dran, und wenn es nicht klappt, hören wir auf", sagt er.

Foto: Andreas Baum

In seiner letzten Sitzung vor Weihnachten begrüßte der Stadtrat noch einmal ausdrücklich die Bemühungen um einen Bürgerbus und forderte die Verwaltung auf, den Verein dabei zu unterstützen. Diese Aussage hilft Albert Butzmühlen allerdings nicht viel. "Die Verwaltung hält sich bisher sehr bedeckt", sagt er. Vor allem beim Thema Linienführung wünscht er sich klare Rückendeckung seitens der Stadt gegenüber den Verkehrsbetrieben. Hier liegt nämlich das Hauptproblem. Der Bürgerbusverein braucht einen Verkehrsbetrieb als Konzessionspartner, der die Landesmittel für die Finanzierung des Fahrzeugs beantragen darf und die spätere Wartung übernimmt. Gleichwohl soll der Bürgerbus keine Konkurrenz zum Öffentlichen Personennahverkehr darstellen, also nicht parallel zur ÖPNV-Linie verkehren.

Dass sich die Streckenführung ab und zu kreuzen, lässt sich kaum vermeiden, etwa wenn die Ortszentren angefahren werden. Bisher hat der Bürgerbusverein mit dem Busverkehr Rheinland (BVR) verhandelt. "Wir sind nun erst einmal so verblieben, dass wir nach den Vorgaben den Streckenplan noch einmal überarbeiten", sagt Butzmühlen. Allerdings werde man sich gegebenenfalls auch mit den Stadtwerken Neuss in Verbindung setzen.

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Dass der Bürgerbus ein Erfolgsprojekt ist, beweist unter anderem die Nachbarstadt Willich mit zwei entsprechenden Linien. Rund 26 000 Fahrgäste zählte der Bürgerbus dort in diesem Jahr. Da gebe es kaum noch Steigerungspotenzial, sagt der Willicher Vereinsvorsitzende Franz-Carl Hübner. Die Streckenführung war dort nie ein Problem. "Dass sich die Linien irgendwo kreuzen, lässt sich nicht vermeiden. Wir benutzen sogar dieselben Bushaltestellen wie der ÖPNV", berichtet er. Partner des Bürgerbusvereins Willich sind die Stadtwerke Krefeld. "Wichtig ist, dass von Anfang an eng mit den Verkehrsbetrieben zusammengearbeitet wird", so Hübner.

(stef)
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