1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: Prächtige Paraden bei idealem Wetter

Kaarst : Prächtige Paraden bei idealem Wetter

Georg und Bianca Hämel stehen im Mittelpunkt des Büttgener Schützenfestes und genießen eine Aufmerksamkeit, die ihnen offensichtlich Spaß macht. Das Rauchverbot brachte bessere Luft im Festzelt, keinesfalls aber weniger Besucher.

Das Büttgener Schützenfest verlief bis jetzt erfreulich harmonisch. Bei fast idealem Wetter — kein Regen, nicht zu warm — bekamen die Zuschauer prächtige Paraden zu sehen. Und im Zelt gab es aufgrund des Rauchverbots nur einen Unterschied zu den Vorjahren: Die Luft war spürbar besser, die Besucherzahl hingegen blieb konstant auf hohem Niveau.

Georg und Bianca Hämel gelten als sympathisches, bescheidenes Königspaar. Am Sonntagvormittag gab es eine Szene, die diesen Ruf weiter gefestigt haben dürfte: Nach der Parade, an der die Frauen des Königshauses nicht teilnahmen, kam eine Radfahrerin auf den König zu mit Pulli und Jeansrock, stieg ab und gab ihm einen Kuss: Königin Bianca. Abends glänzte sie dann im Zelt mit einem cremefarben-violetten Kleid.

Minister Siegfried Hämel, der vor sechs Jahren Büttgener Schützenkönig war, ist sich sicher: "Mein Sohn macht das besser als ich damals." So ruhig der König auftritt, so energisch wandte sich der Präsident des Festausschusses, Markus Leßmann, an die Schützen: Er kritisierte, dass es immer schwieriger sei, einen Königskandidaten zu finden. "Ein Jahr lang mit nichts was am Hut haben und dann vier Tage Party mitnehmen, um deren Vorbereitung sich hoffentlich andere gekümmert haben? Kann es das wirklich sein?", fragte er. Nun, bis heute Mittag können sich Interessierte noch in die Schießliste eintragen. Bis jetzt stehen zwei Namen von ernsthaften Bewerbern dort.

Zum ersten Mal hat Peter Seul als neuer Präses die Rede gehalten, zum ersten Mal war das Schützenfest am Samstag Mittag mit einem Fassbieranstich eröffnet worden. Ausnahmsweise wurde diesmal in Stereo geböllert: Die Artillerie hatte aus Anlass ihres 20-jährigen Bestehens ihre Kanone im Einsatz, was Schießmeister Armin Deinzer nicht davon abhielt, wie gewohnt seine Böllerschüsse abzugeben. Zum Zapfenstreich war der Platz zwischen Rathaus und Kirche dann brechend voll — zu den 760 Schützen kamen rund 260 Musiker. Und die vielen Büttgener Bürger, die sich das Ereignis nicht entgehen lassen wollten.

Was bei den Paraden auffiel: Es waren mehr Pferde dabei als in den Vorjahren. Und das hatte seinen Grund: Der neue Hubertusmajor Dirk Heiertz und sein Adjutant Marcel Pietsch gehen nicht wie ihre Vorgänger zu Fuß, sondern reiten. Besonders beeindruckend: Die sechs Kaltblüter, die die Artillerie eingespannt hatte. Sonntagabend stand Jungschützenkönig Fabian Schmitz im Mittelpunkt. Für seinen Zug "Selde Blömkes" gilt: "Wir sind König."

Bezirksschießmeister Wilfried Schlösser hatte eine seltene Auszeichnung mitgebracht: "Das Ehrenkreuz des Sports wird nur rund fünf Mal im Jahr im gesamten Bezirksverband verliehen", betonte er ausdrücklich. Eine Ausführung in Bronze wurde Wilhelm-Josef Crombach verliehen. Er war lange Zeit Böllermeister, stellvertretender Schießmeister und bis vor kurzem Schießmeister.

(NGZ)