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Kaarst: Politik will neues Konzept gegen Hausärztemangel

Kaarst : Politik will neues Konzept gegen Hausärztemangel

Der Sozialausschuss will das Thema der ärztlichen Versorgung nicht von der Liste streichen.

Sozialdezernent Sebastian Semmler warb im Sozialausschuss darum, das Thema "Hausärztliche Versorgung in Kaarst" von der Liste der nicht ausgeführten Beschlüsse zu streichen. Seine Begründung: "Wir haben so gut wie keine Einwirkungsmöglichkeiten." Die Ausschussmitglieder wollten sich damit nicht abfinden - über das Thema soll weiter im Ausschuss berichtet werden.

"Wir könnten höchstens mit Geld ködern, hat man uns gesagt", erklärte Semmler. Die Kassenärztliche Vereinigung vertrete zudem die Auffassung, die ärztliche Versorgung sei in Kaarst noch vergleichsweise gut. Hans-Georg Schell (CDU) wies darauf hin, dass die Unterversorgung in Büttgen besonders groß sei. Seine Idee: "Wir könnten interessierten Ärzten lukrative Praxisräume vermitteln." In den 1970er Jahren sei dies üblich gewesen: "Diesbezüglich sollten wir die Zeit wieder zurückdrehen", schlug Schell vor.

Anne Thiele (SPD) wollte wissen, ob die Verwaltung ausschließlich mit der Kassenärztlichen Vereinigung gesprochen habe. Ihre Anregung: "Könnte der Hartmann-Bund ein geeigneter Ansprechpartner sein?" Schell erinnerte daran, dass die Kassenärztliche Vereinigung früher Umsatzgarantien für Ärzte gegeben habe.

Beate Kopp (FDP) empfahl, sich nicht allein auf die Versorgung mit Hausärzten zu fokussieren: "Wir haben auch Fachärztemangel in Kaarst." Sie schlug vor, mit dem Städte- und Gemeindebund Kontakt aufzunehmen: "Wie steht man dort zu dem Problem, welche Erfahrungen sind dort gemacht worden?"

Die Verwaltung hat also so etwas wie Hausaufgaben aufbekommen. Man darf gespannt sein, welche Ergebnisse in der nächsten Sitzung des Sozialausschusses vorgetragen werden. Christof Rausch (AfD) wies auf folgendes hin: Eine gute ärztliche Versorgung bedeutet Lebensqualität - vor allem für Senioren und andere Menschen, die nicht so mobil sind und denen es schwerfällt, Ärzte in anderen Städten aufzusuchen."

(barni)