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Kaarst: Politik prüft "Mängel-App"

Kaarst : Politik prüft "Mängel-App"

Verwaltung und Stadtrat spielen mit dem Gedanken, für Kaarst ein modernes Mängelmeldersystem einzuführen. Über ein Smartphone oder das Internet könnten Bürger die Stadt direkt über "Dreckecken" informieren.

Wer mit etwas unzufrieden ist oder einen Mangel entdeckt wie ein umgeknicktes Verkehrsschild, kann bei der Stadtverwaltung anrufen. Er kann auch einen Brief oder eine E-Mail schreiben oder persönlich vorbeikommen. Macht es vor diesem Hintergrund Sinn, spezielle Software anzuschaffen, mit der Bürger mittels einer App über ein Smartphone der Verwaltung zu verstehen geben kann, wo es gerade hakt?

Grüne und SPD hatten entsprechende Anträge gestellt. Eine Entscheidung wurde im Haupt- und Finanzausschuss jetzt noch nicht getroffen. Die Diskussion soll im Rahmen der Haushaltsberatungen wieder aufgegriffen werden. Die Stadt Dormagen hat bereits "maengelmelder.de", ein Software-Produkt der Firma "wer-denkt-was GmbH", im Einsatz. Ob wilde Müllkippen, Schmierereien, beschädigte Verkehrsschilder oder eigene Verbesserungsvorschläge: Der Bürger kann so völlig unkompliziert mit der Verwaltung Kontakt aufnehmen.

"Die Stadt Kaarst sollte dem positiven Beispiel aus Dormagen folgen und im kommenden Jahr ebenfalls einen solchen Service für die Bürger der Stadt Kaarst anbieten", forderte Christian Gaumitz (Grüne). Die Stadt Grevenbroich nutzt einen Mängelmelder über das Internet-Modul eRedaktion. Auf diesem Kontaktformular können Mängel gemeldet werden. Die Absenderangaben sind als Pflichtfelder ausgewiesen. Die ITK Rheinland überlegt, eine eigene App "Mängelmelder" zur Nutzung mit dem Smartphone zu entwickeln. "Das ist eine bürgerfreundliche Sache", erklärte Dorothea Zillmer (CDU) jetzt im Haupt- und Finanzausschuss. "In anderen Städten kommt der Mängelmelder sehr gut an, er ist enorm bürgerfreundlich", gab Anja Rüdiger (UWG) zu verstehen.

Bürgermeister Franz-Josef Moormann kritisierte, dass Angaben bei "maengelmelder.de" anonym gemacht werden könnten. Er erinnerte an folgende Vorgehensweise: "Anonyme Eingaben werden in der Verwaltung nicht bearbeitet." Ausnahmen bildeten unter anderem Brandmeldungen. "Die Anonymität ist nicht unbedingt problematisch, zum Beispiel, wenn ein umgeknicktes Verkehrsschild gemeldet wird", sagte Christian Gaumitz. Elke Beyer (SPD) stellte sich hinter Bürgermeister Moormann: "Die Anonymität stört uns sehr." Kritik und Anregungen müssten "mit offenem Visier" vorgebracht werden. Es herrscht also noch Beratungsbedarf. Trotzdem deutet vieles darauf hin, dass es in naher Zukunft neben den bewährten Möglichkeiten eine moderne Form der Mängelmeldung geben wird.

(NGZ)