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Kaarst: Politik informiert sich über Senioren-Projekt

Kaarst : Politik informiert sich über Senioren-Projekt

Das Modellprojekt "Betreutes Wohnen zu Hause" wurde in Kaarst vorgestellt. Bis jetzt aber haben nur 100 Senioren Interesse gezeigt.

Wer alt ist und mit abnehmender Kraft zu kämpfen hat, muss dennoch nicht unbedingt sofort ins Pflegeheim. CDU und FDP hatten jetzt beantragt, im Sozialausschuss über zwei interessante Projekte zu informieren. Leider war mit Ulrike Groth nur eine Referentin gekommen. Sie berichtete über das Anfang des Jahres im Rhein-Kreis angelaufene Modellprojekt "Betreutes Wohnen zu Hause — Service in den eigenen vier Wänden".

Wenn alle Beteiligten von einem Projekt profitieren, wird gern von einer Win-Win-Situation gesprochen. Das Angebot der Beschäftigungsförderungsgesellschaft mbH Rhein-Kreis Neuss, das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes NRW gefördert wird, ist ein Musterbeispiel dafür.

Es sind nämlich durchweg Langzeitarbeitslose, die für das Projekt ausgewählt und zu Alltagshelfern geschult werden. "So wird aus dem Wollen ein Können", erklärte Ulrike Groth. Was schon ein wenig enttäuschend ist: 16 000 Senioren sind über das Angebot informiert worden, lediglich rund 100 hätten Interesse signalisiert.

Wie viele davon in Kaarst leben, konnte die Beschäftigungsförderungsgesellschaft, eine Tochter des Technologiezentrums Glehn, nicht sagen. Fest steht aber Folgendes: Am Anfang steht immer ein unverbindliches Beratungsgespräch. Und der gebuchte Service ist jederzeit kündbar. Das ist wichtig, denn: "Viele ältere Menschen möchten keine Vereinbarungen, die über einen längeren Zeitraum laufen, unterzeichnen", sagt die Projektkoordinatorin. Die Hemmschwelle sei sehr groß, wenn es darum gehe, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Das Basispaket umfasst eine Unterstützung für zwei Stunden alle 14 Tage. Dieses Angebot ist ausdrücklich keine Pflegeleistung, die mit der Pflegeversicherung abgerechnet werden kann: "Es handelt sich um eine reine Hilfe im Alltag", sagte die Referentin.

Christian Horn (CDU) wollte wissen, ob zwei Stunden alle 14 Tage ausreichten, um den Senioren ihre Einsamkeit zu nehmen. Er erfuhr, dass die Alltagshelfer auch als Lotsen fungieren und weitere Kontakte herstellen sollen.

Die Hilfe in der Basisversion kostet 39 Euro im Monat. Senioren mit geringem Einkommen können sich für die Erstattung an das Sozialamt wenden. Das Modell wurde im Rahmen des Modellprojektes "Arbeit für Generationen — AfG" des Landes NRW aufgelegt

Eigentlich hätte im Ausschuss auch das Projekt "zentren plus", das es bereits in Düsseldorf gibt, vorgestellt werden sollen. Dort werden Senioren nicht nur beraten: Ihnen wird geholfen, neue Kontakte aufzubauen, es gibt Hol- und Bringdienste und mitunter sogar einen preiswerten Mittagstisch. Die "zentren plus" arbeiten eng mit anderen Stellen wie Gesundheits- oder Wohnungsamt zusammen, sind mit Treffpunkten und Beratungsangeboten in den Stadtteilen vertreten. Träger der "zentren plus" sind die Düsseldorfer Wohlfahrtsverbände, sie werden von der Landeshauptstadt Düsseldorf gefördert. Laut Homepage von "zentren plus" ist das Motto "Gemeinsam aktiv für das Alter".

(NGZ/rl)