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Kaarst: Pflegeeinrichtung: Planungen wieder auf Null

Kaarst : Pflegeeinrichtung: Planungen wieder auf Null

Weil das einzige Angebot für den Bau zurückgezogen wurde, steigen Stadt und Politik jetzt erneut ins Planungs- und Bieterverfahren ein.

Wie werden Kaarster Senioren in Zukunft leben? In einem klassischen Pflegeheim oder doch eher in einem aus heutiger Sicht alternativen Wohnquartier wie von Grünen und UWG gefordert? Was die Planungen für eine weitere Wohn- und Pflegeeinrichtung für ältere Menschen im Stadtgebiet betrifft, stehen Verwaltung und Politik derzeit wieder an dem Punkt, an dem sie im November 2011 schon einmal standen: am Anfang nämlich, auf Null. Alles ist wieder offen. Der Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss hat den im März aufgelösten Arbeitskreis "Vierte Pflegeeinrichtung" wieder eingerichtet.

Foto: CDU Kaarst

Damals hatte der Rat auf Empfehlung des Sport-, Senioren-, Demografie- und Sozialausschusses beschlossen, dass Kaarst, trotz erheblicher Bedenken des Kreises, eine vierte stationäre Pflegeeinrichtung im Kaarster Westen braucht. Der Arbeitskreis, dessen Aufgabe die Auswahl eines Betreiber- und Investorenkonzeptes war, wurde aufgelöst, weil die auf Kaarst "passgenau zugeschnittene" Lösung gefunden schien. Die Gelderner Projektentwicklungsgesellschaft "Consens" gab im Bieterverfahren als einzige ein Angebot ab.

Unter anderem 80 stationäre Pflegeplätze, ein bewohnerorientiertes Wohngruppenkonzept, barrierefreie Wohnungen in direkter Nachbarschaft sowie ein öffentliches Café oder Restaurant sollte die neue Wohnanlage im geplanten Neubaugebiet südlich der Alten Heerstraße bieten. Am April zog "Consens" das Angebot wieder zurück. Der Grund: Weil sich die Förderrichtlinien des Landes bereits 2008 geändert haben, haben sich die Refinanzierungsmöglichkeiten für Investoren und damit auch für die Firma "Consens" verschlechtert. "Consens", sagt die Verwaltung, sei bei Abgabe des Angebotes davon ausgegangen, dass eine Berechnung der Investitionskosten und die daraus folgende Förderung noch zu den für sie günstigeren Bedingungen nach "altem Recht" erfolgt, weil der Bebauungsplan aus dem Jahr 2007 stammt. Mit ihrem Betreiber, der "Johanniter Seniorenhäuser GmbH", sei das Gelderner Unternehmen aber weiterhin daran interessiert, das Projekt zu realisieren. Geprüft werden soll nun, ob die neue Zielrichtung des Landes (siehe Info-Box) auch für Kaarst bzw. auf dem Grundstück Broicherdorfstraße/Alte Heerstraße umgesetzt werden kann. Die Bewertung dessen und Festlegung, wie die Kaarster Pflegelandschaft künftig ausgerichtet sein soll, übernimmt der Arbeitskreis. Solche Entscheidungen, sagt Dorothea Zillmer (CDU), könnten nicht ohne die Politik getroffen werden. Auch Ursachenforschung für das Scheitern der ursprünglichen Pläne soll betrieben werden. Zillmer: "Wir müssen jetzt gucken, woran es gelegen hat. Das heißt nicht, dass wir am bisherigen Konzept auf Biegen und Brechen festhalten wollen."

(NGZ)