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Mahnung gegen die Gewalt: Pfadfinder holten das Friedenslicht aus Aachen

Mahnung gegen die Gewalt : Pfadfinder holten das Friedenslicht aus Aachen

Lichter- oder Menschenketten sowie Friedensmärsche mahnen oder erinnerten in den vergangenen Jahren immer wieder daran, Frieden auf der Welt zu finden und Frieden zu halten. Seit 1994 gibt es auch die vorweihnachtliche ökumenische Aktion, die sich den Namen "Friedenslicht aus Bethlehem" gegeben hat und der das Licht als Zeichen von Frieden und Solidarität in besonderem Maße dient.

Es ist ein Licht auch als Mahnung gegen die Gewalt im Nahen Osten. Am dritten Advent erreichte dieses Licht, in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet, auch 33 ausgewählte deutsche Städte - unter ihnen Kaarst. Am vergangenen Sonntag, um 18.29 Uhr, erreichte es den Regio-Bahn-Haltepunkt "Kaarster See". Die Pfadfindergruppe "Die Lukies" sowie die Gruppenleiter Tanja Gerbes, Mika Schönen und Robbi Jansen (alle 24 Jahre alt) der evangelischen Pfadfinderschaft (VCP) holten das Licht aus Aachen ab. Dort wurde es an der Dreifaltigkeitskirche übernommen und nach der Aussendungsfeier in einem ökumenischen Lichtermarsch unter Beteiligung auch griechisch-orthodoxer Gläubiger, vorbei am Dom, durch die Stadt getragen.

Am Haltepunkt "Kaarster See" übernahm es Kaplan Andres Brocka für die Kirchengemeinde St. Martinus. Ein zweites Licht wird von den Pfadfindern gehütet und am 20. Dezember im Rahmen einer Lichterfeier in der alten Romanischen Kirche Alt St. Martin offiziell an die katholische und evangelische Kirchengemeinde übergeben. Auch Pfarrer Carsten Schraml von der Evangelischen Kirchengemeinde Kaarst ließ sich das Eintreffen des Lichtes nicht entgehen. Während Kaplan Brocka die Laterne für das Licht im schwedischen Möbelhaus erstand, bastelten die Pfadfinder ihre Laterne nach Angaben der Internetseite www.friedenslicht.de selber.

Bevor es seinen hiesigen Zielort erreichte, hatte es einen langen Weg zurück zu legen. Von einem palästinensischen Kind wurde es entzündet. Von zwei jüdischen Mädchen zum Flughafen Tel Aviv gebracht, ging es über den Luftweg zunächst nach Linz. Hier überreichte es der zwölfjährige Benjamin Forstinger, damit es nach Wien gelangen konnte, von wo aus es Pfadfinder aus ganz Europa weiter trugen. In den 33 deutschen Zielorten wurden am Sonntag so genannte Aussendefeiern abgehalten, und am 24. Dezember wird es als "Friedenslicht" von den Pfadfindern in der ganzen Bundesrepublik verteilt.

Günter Drennhaus, Mitarbeiter der Pfadfinderschaft Kaarst, erklärte: "Mit der Verteilung des Lichtes sollen Menschen einen Anstoß erhalten, selbst Friedensstifter zu werden." An Heiligabend steht das Friedenslicht in der Pfarrkirche St. Martinus und in der Auferstehungskirche Grünstraße bereit, um von dort aus weiter verteilt werden zu können. "Jeder kann ein Licht mit nach Hause nehmen oder es weitergeben", fügte Günter Drennhaus hinzu. "Das Licht aus dem vergangenen Jahr habe ich erst zum ersten Advent ausgepustet", gestand der Kaplan. Die Aktion "Friedenslicht aus Bethlehem" 2000 wird vom Ring Deutscher Pfadfinderinnenverbände, dem Verband Deutscher Altpfadfindergilden und dem Ring Deutscher Pfadfinder getragen. Erbe