Partnerstadt La Madeleine zeigt Kunst in Kaarst

Ausstellung : Französische Kunst in Kaarst

Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Juni in der Rathausgalerie in Kaarst zu sehen.

Es ist eine Ausstellung, aber auch eine interessante Gegenüberstellung: Künstler sowohl aus Kaarst, als auch aus La Madeleine, präsentieren eine Auswahl ihrer Arbeiten. Gibt es typisch französische Kunst? Können sich die Kaarster gegen ihre Gäste behaupten? Das sind Fragen, die jeder Betrachter für sich beantworten muss.

Was auf der „französischen Seite“ auffällt: Französische Künstler scheinen sich gerne mit Landschaft und Natur auseinanderzusetzen und sie finden das gar nicht kitschig. „Normannisches Land“  von Denis Capon ähnelt der naiven Malerei, jedes Detail wie Hühner oder Schafe sind sorgfältig ausgearbeitet, bunte Farben versprühen Heiterkeit. So stellt man sich die „heile Welt“ vor. Bei Marie Geneviève Lhote geht es nicht ganz so lieblich zu: Sie fängt mit ihrem Bild den rauen Charme der Bretagne ein. Fast altmeisterlich und malerisch perfekt: Das Porträt „Bela“ – dunkel, vor dunklem Hintergrund – von Leocadie. Aber sie kann auch ganz anders, wie ein streng geometrisches Bild mit wenigen Linien und Farben im Stil von Piet Mondrian zeigt.

Auf der Kaarster Seite zeigt Ingo Willpütz Impressionen von einer geschlossenen Zeche in Bochum: Verlassen, verstaubt, der Charme des Morbiden in Reinkultur, mit der Kamera dokumentiert. Karla Tänzer hat sich auf kleine Formate beschränkt und ist von der Gegenständlichkeit abgerückt. „Frau mit Hund“ heißt ein Bild von Ada Blochwitz in der ihr eigenen, unverwechselbaren Ästhetik.

Die zarten Landschaftsimpressionen von Gisela Fritze stehen im krassen Gegensatz zu dem Bild „Krieg“ von Gisela Wollersheim: Dort scheinen sich zwei riesige Insekten in einander verkeilt zu haben. Gerlind Engelskirchen gibt dem Betrachter mit ihren Fotos wieder Bilder-Rätsel auf, auch wenn Titel wie „Ge-Schichten“ und „Steinbruch“ Interpretationshilfen liefern.

(barni)