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Kaarst: Parkverhalten in Kaarst wird durchleuchtet

Kaarst : Parkverhalten in Kaarst wird durchleuchtet

Weil Anwohner, Geschäftsleute und Kunden in der City um Parkplätze ringen, möchte die Stadt ein Konzept erstellen, das die Belegung der öffentlichen Stellplätze regelt. Datenschützer des Kreises meldeten Bedenken an.

2423 — so viele Parkplätze gibt es derzeit in der Kaarster Stadtmitte: private, unbewirtschaftete, bewirtschaftete, solche mit Parkdauerbegrenzung und solche, die allein Kunden und Besuchern von Praxen, Apotheken, Restaurants oder Geschäften vorbehalten sind. Aus Sicht der Stadt sind es auf jeden Fall: zu wenig sinnvoll genutzte. Deshalb erarbeitet die "Dr. Brenner Ingenieurgesellschaft" derzeit ein Parkraum- und Parkraumbewirtschaftungskonzept. Bei der Auswertung der gesammelten Erkenntnisse gerieten die Planungsexperten allerdings vorübergehend in Konflikt mit den Datenschützen des Rhein-Kreises Neuss.

Zur Erklärung: Im Oktober vergangenen Jahres hatte das Kölner Unternehmen bei einer Ortsbegehung alle vorhandenen Stellplätze im City-Bereich gezählt und erfasst. Für die weitere Bearbeitung wurde das Untersuchungsgebiet in zwölf Auswertebezirke eingeteilt. Ziel ist es, eine Aussage über den jeweiligen Auslastungsgrad der Stellplätze sowie eine Einteilung in Kurz-, Normal-, Lang- und Dauer- sowie in Anwohner- und Fremdparker zu treffen. Entsprechende Ergebnisse erhalten die Planer wohlgemerkt nur, wenn sie die Fahrzeughalter den einzelnen Auswertungsbezirken zuordnen können. Dafür müssen die gesammelten Autokennzeichen mit den Meldedaten des Straßenverkehrsamtes abgeglichen werden. Und gegen genau diese differenzierte Auswertungsmethode meldete der Kreis Bedenken an. Man befürchte eine personenbezogene Datenauswertung, hieß es. Daraufhin lag das Projekt "Parkraumkonzept" erst einmal auf Eis. Jetzt wurde doch grünes Licht gegeben, allerdings mit der Maßgabe, die Auswertung so zu gestalten, dass keine Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen werden können. "Erfassen dürfen die sensiblen Daten auch nur diejenigen Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die ohnehin Zugriff auf die Straßenverkehrsmeldedaten haben", sagt Sebastian Semmler (Stadt Kaarst). Als Nächstes werden nun Einzelhändler, Schulen, Dienstleister und die Polizei per Fragebogen zum vorhandenen Stellplatzangebot befragt. Anschließend wird der Parkraumbedarf ermittelt. Geplante Bauprojekte fließen mit ein. Das Problem mit dem Platz entstand in den 1990ern, denn seither ist Kaarst eine Stadt mit einer echten Stadtmitte.

Klar ist: Dort, wo sich Handel, Dienstleistungen, Kultur, Bildung und Verwaltung konzentrieren, sind Menschen unterwegs, und die haben meistens ein Auto dabei. Weil die neue Stadtmitte ständig wächst und Anwohner, Geschäftsleute und Einzelhandelskunden um Parkplätze ringen, möchte die Verwaltung ein Konzept erstellen, das die Bewirtschaftung des Parkraums vom Alten Dorf im Norden, über die Maubis- und Mittelstraße im Osten, die Pestalozzistraße im Süden und die L 154 im Westen regelt. Ziel ist die Steuerung der öffentlichen Parkstände.

(NGZ)