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Papageien in Kaarst gesichtet

Halsbandsittiche im Stadtpark : Papageien-Sichtung in Kaarst

Halsbandsittiche haben sich nun offenbar im Stadtpark niedergelassen. Bisher taten sie das nur in größeren Städten wie Köln oder Düsseldorf.

Zu sehen sind sie nur schwer, zu hören dafür aber umso besser. Mitarbeiter der Stadt haben vor kurzem eine für Vogelfreunde interessante Beobachtung machen können: kleine, papageienähnliche Vögel, die sich offenbar im Stadtpark niedergelassen haben. Erstmalig seien sie dort in größerer Stückzahl gesichtet worden – offenbar, um zu brüten, teilt die Stadt mit.

Zwar existieren bislang keine „Beweisfotos“ von den Neuankömmlingen im Kaarster Stadtgarten, doch Ulrike Silberbach vom Naturschutzbund (Nabu) Kaarst geht davon aus, dass es sich dabei um Halsbandsittiche handelt. „Sie lassen sich meist in alten Platanen nieder – zunächst taten sie das nur in größeren Städten wie Düsseldorf und Köln, aber nun offenbar auch in ländlichen Gebieten“, sagt Silberbach.

Der Halsbandsittich kam nach Angaben des Nabu als „Gefangenschaftsflüchtling“ nach Europa. In Deutschland wurde die erste Brut 1969 in Köln festgestellt. Von dort hat sich der Vögel nach und nach in andere Städte ausgebreitet oder unabhängige Populationen aufgebaut. „Dank seines exotisch anmutenden Aussehens und lauten Gemüts ist der Sittich vielen Städtern gut bekannt“, sagen die Experten. Dort besiedelten sie bevorzugt Parkanlagen mit altem Baumbestand und machten recht schnell auf sich aufmerksam, wenn sie in größeren Schwärmen laut kreischend zwischen den Bäumen hin- und herfliegen. „Oftmals versammeln sie sich an ergiebigen Futterstellen oder an traditionellen Schlafplätzen. Nur während der Brutzeit verhalten sie sich eher heimlich“, so der Nabu.

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Wenn einer sich mit der Tierwelt in Kaarst auskennt, dann ist es der leidenschaftliche Tierfotograf Klaus Stevens. Doch selbst er, der weder Zeit noch Mühen scheut, um eine zufriedenstellende Aufnahme zu machen, hat in Kaarst noch keinen Halsbandsittich vor die Linse bekommen. „Allerdings habe ich hier schon einmal welche fliegen sehen, man hat aber natürlich nicht immer ein Teleobjektiv dabei“, gibt er schmunzelnd an. Immerhin: In Neuss habe Stevens bereits Halsbandsittiche fotografieren können – und zwar am Stadtgarten.

Der Halsbandsittich ist auch unter dem Namen „Kleiner Alexandersittich“ bekannt und gilt als die am weitesten verbreitete Papageienart. Er kommt sowohl in Afrika südlich der Sahara als auch in Asien, beginnend mit Pakistan und Indien, vor – mittlerweile jedoch auch in Europa und Nordamerika.

(jasi)