Hafen für die Olympischen Spiele 2012 in Rostock: Olympisches Dorf auf einem Kreuzfahrtschiff

Hafen für die Olympischen Spiele 2012 in Rostock: Olympisches Dorf auf einem Kreuzfahrtschiff

Die Olympischen Spiele 2012: Wenn sie in Leipzig stattfinden, werden die Segelwettbewerbe in Rostock ausgetragen. Das Kaarster Architekturbüro "Dorn + Overbeck" hat den Zuschlag bekommen und den Warnemünder Yachthafen geplant, um ihn Olympia tauglich zu machen. So soll der Warnemünder Yachthafen aussehen, wenn bei den Olympischen Spielen 2012 die Segelwettbewerbe ausgetragen werden. Die beiden Kaarster Architekten Kurt Dorn (li.) und Axel Overbeck haben den Hafen geplant. Die Anlage umschließt eine Wasserfläche von 180.000 Quadratmetern. Auf der Landseite sind 127 Hektar Fläche in die Planungen miteinbezogen. Der Hafen wird Fläche für 800 Schiffe bieten und soll auch nach den Olympischen Spielen für Sport und Erholung genutzt werden. NGZ-Foto: M. Reuter

Die Olympischen Spiele 2012: Wenn sie in Leipzig stattfinden, werden die Segelwettbewerbe in Rostock ausgetragen. Das Kaarster Architekturbüro "Dorn + Overbeck" hat den Zuschlag bekommen und den Warnemünder Yachthafen geplant, um ihn Olympia tauglich zu machen. So soll der Warnemünder Yachthafen aussehen, wenn bei den Olympischen Spielen 2012 die Segelwettbewerbe ausgetragen werden. Die beiden Kaarster Architekten Kurt Dorn (li.) und Axel Overbeck haben den Hafen geplant. Die Anlage umschließt eine Wasserfläche von 180.000 Quadratmetern. Auf der Landseite sind 127 Hektar Fläche in die Planungen miteinbezogen. Der Hafen wird Fläche für 800 Schiffe bieten und soll auch nach den Olympischen Spielen für Sport und Erholung genutzt werden. NGZ-Foto: M. Reuter

Wenn bei den Olympischen Spielen 2012 in Rostock die Segel gehisst und olympisches Edelmetall eingefahren werden, könnte es sein, dass das Kaarster Architektenbüro "Dorn und Overbeck" seine Hände im Spiel hatte. Die beiden erfolgreichen Architekten mit Büro an der Rathausstraße haben nämlich den Warnemünder Yachthafen geplant. 180.000 Quadratmeter Wasserfläche, die insgesamt 800 Booten Platz bietet, dazu 112 Hektar Land, auf dem von der Journalistenlounge über einen Supermarkt und ein Bistro alles vorhanden ist, was zu einem modernen, olympiatauglichen Yachthafen nötig ist - der Entwurf hat alle Anforderungen bis ins Detail berücksichtigt.

"Natürlich haben wir für Düsseldorf gefiebert, waren erst einmal traurig, dass unsere Nachbarstadt den Zuschlag für Olympia nicht bekommen hat", erinnert sich Axel Overbeck. Die Trauer wurde schon bald abgemildert. Denn das Nationale Olympische Komitee (NOK) entschied sich für Rostock - und die Kaarster Ideenschmiede "Dorn + Overbeck" erhielt den Zuschlag, den Entwurf für den Warnemünder Yachthafen anzufertigen. "Salopp gesprochen, funktioniert ein Yachthafen nicht anders als ein Campingplatz", kommentiert Kurt Dorn. Damit untertreibt der Kaarster Architekt allerdings, denn die Pläne für den olympischen Yachthafen haben deutlich mehr zu bieten - ein Campingplatz mit Medienzentrum, Sicherheitsdienst und einer Zuschauerplattform dürfte nämlich bisher noch nirgendwo existieren. Zu den Anlagen an Land gehört der 720 Quadratmeter umfassende Seglertreff.

In diesem Zeltbau erhalten die Segler sämtliche offiziellen Informationen vor, während und nach einer Wettfahrt. Darüber hinaus soll der Seglertreff als Kommunikations-Mittelpunkt für die Sportler Anlaufstelle sein. Im Olympiahafen soll es auch eine 920 Quadratmeter große Segelmacherei geben. Und damit die Skipper gleich vor Ort ihre Jollen auf Vordermann bringen können, stehen Werkstätten für Kunststoff-, Holz- und Metallbearbeitung sowie Reparatureinrichtungen für Motoren zur Verfügung. Zur Wasserseite erstreckt sich das Molensystem. Der Olympiahafen wird über eine 60 Meter breite Slipanlage für Segel- und Motorboote verfügen.

Plattform für Jollen

Kernstück des geplanten Hafens ist die Jollenplattform. Sie bietet auf 16.675 Quadratmetern Jollenliegeplätze und Mannschaftscontainer. Die Plattform wird aus wieder verwendbaren einzelnen Pontonelementen mit einer Gesamtgröße von 145 mal 115 Metern zusammengefügt. "Auf dieser Fläche sind die Liegeplätze der Mannschaften nach Nationen untergebracht", erklärt Kurt Dorn den Plan. In zwei Zelten werden die Gestelle für 150 Surfbretter vorgesehen. An der nördlichen Ecke haben die Wettfahrtleitung und das Hafenbüro eine Außenstelle. Auch für die Zuschauer gibt es eine Plattform. Wer sich akkreditiert hat, kann den Wettkampf von der 700 Quadratmeter großen Zuschauerplattform aus verfolgen.

Mit dem Olympischen Dorf hat es übrigens eine Besonderheit. Die Sportler werden ihre Zelte nämlich nicht auf festem Grund aufschlagen; sie werden statt dessen auf einem Kreuzfahrtschiff ihr Quartier beziehen. Nachhaltigkeit und Ressourcen schonen - das waren zwei der wesentlichen Vorgaben für Vergabe des Yachthafen-Entwurfes. Beide Punkte sind in den Kaarster Entwürfen eingearbeitet. So kann der Yachthafen auch nach den Olympischen Spielen weiter genutzt werden. Die Gebäude, die nur für den Olympia-Betrieb gebraucht werden, bekommen eine neue Funktion.

Es versteht sich von selbst, dass bei der Planung eines so wichtigen Olympia-Hafens die Bedürfnisse der Segler optimal berücksichtigt werden. Um das zu gewährleisten, sind Dorn und Overbeck mehrfach an die "Waterkant" gereist, haben mit den Sportlern dort gesprochen. "Die Gespräche und die gelesenen Unterlagen haben ganz konkret Einfluss auf unsere Planungen gehabt. So zum Beispiel auf die Breite der Auslaufspur", sagt Axel Overbeck. Ob der Yachthafen nun tatsächlich nach den Plänen der beiden Kaarster gebaut wird, ist noch nicht hundertprozentig sicher.

Entscheidung im Juli

Dorn erklärt: "Der ursprüngliche Investor ist nicht mehr im Rennen; ein norwegischer Investor hat die Sache übernommen. Der hat das Projekt gekauft - einschließlich unserer Planungen." Es könnte also sein, dass der Norweger andere Pläne hat und den Kaarster Entwurf ändert. Eine Entscheidung darüber soll im Juli gefällt werden.

(NGZ)
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