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Kaarst: Olympia-Vorbereitung in Büttgen

Kaarst : Olympia-Vorbereitung in Büttgen

Alexandra Malmström ist Finnlands Hoffnung auf eine olympische Medaille im Dressurreiten in London im kommenden Jahr. Wegen der idealen geografischen Lage trainiert sie derzeit auf der Reitanlage Gut Haller.

Sportliche Figur, grazile Haltung, das blonde Haar streng in einem Dutt zusammengebunden und ein Lächeln auf dem Gesicht – das ist Alexandra Malmström, Finnlands Hoffnung auf eine olympische Medaille im Dressurreiten in London im kommenden Jahr. Zurzeit ist die sympathische 25-Jährige von ihrer Heimat jedoch weit entfernt. Mit ihren fünf Pferden trainiert sie auf der Reitanlage Gut Haller in Büttgen.

"Seit ich 19 Jahre alt bin, komme ich öfter mit einer Freundin zum Trainieren in die Gegend, daher kenne ich Kaarst und habe es mir hauptsächlich wegen der idealen geografischen Lage ausgesucht", erklärt Malmström. "Ich muss noch bis März in vielen europäischen Ländern Turniere reiten, unter anderem in Polen, Holland und Frankreich oder Dänemark. Von hier aus bin ich viel schneller und unkomplizierter dort, als wenn ich jedes Mal aus Helsinki anreisen müsste."

Fast jedes Wochenende ist Alexandra Malmström mit ihrem umgebauten Wohnwagen-LKW mit Pferd unterwegs, um ihre sogenannte Rankingposition zu verbessern. In diesem Jahr hat die Finnin bereits 15 000 Kilometer zurückgelegt. "Für Olympia sollte man sich schon unter den besten 200 der Welt finden", erzählt sie. "Dieses Ziel habe ich erreicht, aber eigentlich strebe ich eine Position unter den besten 100 an." Durch einen Einzelwettbewerb in Polen vor einigen Wochen konnte Malström ihr Ticket für Olympia 2012 bereits lösen, doch damit ist die Arbeit noch lange nicht beendet. "Olympia ist mein großer Traum, auf den ich bereits seit vier Jahren hinarbeite. Um mir gute Chancen in London vorzubehalten, liegt noch viel Arbeit vor mir – aber für mich ist das Spaß."

Die finnische Meisterin von 2005 und 2011 verbringt den ganzen Tag auf dem Reiterhof bei ihren Pferden. "Jedes wird eine Stunde lang geritten und danach gehen wir oft spazieren", sagt die Pferdenärrin. Das meiste Training absolviert sie mit ihrer Nummer eins, dem Wallach Waterford, der mit seinen 12 Jahren schon zu den etwas älteren Pferden gehört. "Im Prinzip sitzen schon alle Disziplinen bei ihm, wir verbessern nur noch die Abläufe und Übergänge, so dass er im Juli nächsten Jahres, wenn Olympia anfängt, wirklich alles aus dem Effeff beherrscht", erzählt Malmström.

Die Arbeit mit den Pferden hilft der Sportlerin auch über gelegentliches Heimweh hinweg. "Natürlich vermisse ich manchmal Freunde oder Familie in Finnland, aber wir telefonieren viel und über Skype und Facebook kann man da einiges ausgleichen. Außerdem bin ich glücklich, wenn ich bei meinen Pferden bin, und die hab ich ja hier", erzählt sie lächelnd. Die 25-Jährige ist noch mindestens bis Ende März in Kaarst, denn dann erst ist die Turniersaison für die Rankings abgeschlossen.

(NGZ)