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Kaarst: Offensive gegen Dreckecken

Kaarst : Offensive gegen Dreckecken

Die Stadt Kaarst wird einen Mängelmelder im Internet einrichten. An Anlässen wird es nicht mangeln. Das zeigen auch die Erfahrungen in Dormagen, wo das Angebot eines Mängelmelders für Dreckecken rege genutzt wird.

Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, entdeckt immer etwas. Je nach Sichtweise meinen Bürger, in Kaarst sei es übermäßig dreckig, andere sehen es wiederum weniger dramatisch. Manchen stört wiederum schon das fallen gelassene Taschentuch am Bordsteinrand. "Wir sind dankbar für jede Meldung und gehen ihr auch nach", sagt Jan Opial, Amtsleiter im Bereich Tiefbau, Grünflächen und Baubetriebshof der Stadt Kaarst. Er erklärt aber auch: "Kaarst ist nicht dreckig." Entweder direkt per Smartphone oder später am Computer können Beschwerden über Dreck, Schmierereien oder Schlaglöcher mit Bild und Standort abgeschickt werden. Entwickler ist die Firma "wer-denkt-was GmbH". Und an Meldungen dürfte es nicht mangeln.

Einige markante Ecken gibt es. Die Bänke am Kriegerdenkmal am Anfang der Maubisstraße laden Jugendliche wie Erwachsene gerne zum Verweilen ein. Es wird gegessen und getrunken, so mancher Müll fällt nicht in die dafür vorgesehenen Behälter. Schräg gegenüber vom Ehrenmal steht eine alte Telefonzelle. Darin wie drumherum liegt regelmäßig Müll. Überhaupt macht diese Ecke keinen gepflegten Eindruck. Mehrere Monate lag dort eine Toilette im Gebüsch.

"Unsere Vertragsfirma hat klare Anweisung, was sie mitnimmt und was nicht. Autoreifen oder Glasscheiben etwa gehören da nicht zu. Da Sperrgut bei uns angemeldet wird, gehen wir dem auch nach und weisen die Anlieger daraufhin, den Müll vom Bürgersteig wieder wegzunehmen", sagt Opial. Mancher entsorgt den Sperrmüll dann im Grünen – und schließlich kümmert sich die Stadt darum, sobald sie von wilden Müllkippen erfährt.

Viele Bürger bemängeln auch überquellende Mülleimer in der Stadtmitte; besonders unangenehm: im Park mit vielen vollen Hundekotbeuteln. "Ein Mitarbeiter des Bauhofs befasst sich die Woche nur mit der Leerung der öffentlichen Mülltonnen", sagt Jan Opial. In äußeren Bezirken wird einmal die Woche geleert, an zentraleren Plätzen zwei- bis dreimal. Wird allerdings am Freitagnachmittag viel Müll weggeschmissen und die Mülleimer sind randvoll, ändert sich das Bild auch über das ganze Wochenende nicht. Ein weiteres Ärgernis sind Graffiti. In Fußgängerunterführungen werden diese regelmäßig entfernt, andernorts wie im Wartehäuschen an der Bushaltestelle Berliner Platz in Büttgen resigniert dagegen selbst die Verwaltung: "Wenn wir sie wieder gestrichen hatten, war sie spätestens nach zwei Wochen wieder vollgeschmiert mit Sprüchen", so Jan Opial.

(NGZ)