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Kaarst: Nur ein Bieter für viertes Pflegeheim

Kaarst : Nur ein Bieter für viertes Pflegeheim

Die "Consens Projektentwicklungsgesellschaft" aus Geldern hat als einzige ein Angebot für den Bau der geplanten Pflegeeinrichtung im Westen abgegeben. Das Unternehmen hat bereits das Kaarster Johanniter-Stift geplant.

Die vierte stationäre Pflegeeinrichtung in Kaarst wird aller Voraussicht nach von derselben Projektentwicklungsgesellschaft gebaut, die bereits für das Kaarster Johanniter-Stift und das vor kurzem bezogene Johanniter-Demenzzentrum verantwortlich zeichnet. Ende vergangenen Jahres hat die Verwaltung ein Bieterverfahren eröffnet, bis Ende Januar konnten Investoren ihr Gebot abgeben. Von den ursprünglich sechs Interessenten — darunter war auch der frühere Fußball-Nationalspieler und heutige Seniorenprojektentwickler Paul Breitner —, die im November 2011 im Sport-, Senioren, Demografie- und Sozialausschuss (SSDSA) ihre Ideen und Planungen präsentiert hatten, gab am Ende nur die "Consens Projektentwicklungsgesellschaft" aus Geldern ein Angebot ab.

Consens ist auf die Planung und Realisierung von Pflege- und Wohneinrichtungen für Senioren spezialisiert. Das Angebot wird nun zunächst von den zuständigen Fachausschüssen geprüft. Im April könnte — wie bislang geplant — eine Vergabeentscheidung fallen. Dass das unterbreitete Angebot der mehrheitlichen politischen und städtischen Vorstellung entspricht, ist wahrscheinlich, schließlich wurde das Anforderungsprofil von der Sozialverwaltung, den sozialpolitischen Sprechern der Fraktionen und der SSDSA-Vorsitzenden Dorothea Zillmer äußerst konkret festzurrt.

Das Grundstück für die stationäre Pflegeeinrichtung mit Geschosswohnungsbau für Betreutes Wohnen liegt im Kaarster Westen — im geplanten Neubaugebiet südlich der Alten Heerstraße, direkt neben der ehemaligen Albert-Schweitzer-Grundschule. Knapp 6200 Quadratmeter stehen zur Verfügung. Die Vorgaben der Stadt lauten: maximal 80 stationäre Pflegeplätze, darunter dauerhafte Kurzzeit- und mindestens zwölf Tages- oder Nachtpflegeplätze, ein bewohnerorientiertes Wohngruppenkonzept, ergänzend barrierefreie Wohnungen in direkter Nachbarschaft sowie ein öffentliches Café oder Restaurant. Mindestens acht Wohnungen sollen unter Inanspruchnahme von Mitteln der sozialen Wohnraumförderung des Landes NRW errichtet werden. In der Diskussion waren ursprünglich auch quartiersbezogene Wohn- und Pflegekonzepte gewesen. Grüne und UWG hatten entsprechende Anträge eingebracht, die jedoch verworfen wurden.

Der eigentliche Bau der neuen Pflegeeinrichtung könnte schnell vonstattengehen. Das Johanniter-Stift mit 80 Pflegeplätzen in Einzelzimmern 29 betreute Stiftswohnungen wurde von Consens in nur zehn Monaten realisiert. Planungsrecht besteht bereits durch den Bebauungsplan Nr. 103 ("Alte Heerstraße/Broicherdorfstraße"), so dass für einen Baubeginn nur noch eine Baugenehmigung erteilt werden muss. Ein Erschließungsvertrag regelt die Einrichtung einer Baustraße sowie die Ver- und Entsorgung im Plangebiet.

(NGZ/ac)