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Kaarst: Nistplätze für Dohlen-Familien

Kaarst : Nistplätze für Dohlen-Familien

Der Nabu Kaarst und die Feuerwehr haben in einer gemeinsamen Aktion dafür gesorgt, dass der "Vogel des Jahres 2012", die Dohle, wieder Nistplätze findet. Sechs Kästen an zwei Orten wurden installiert.

Die Dohle ist eigentlich ein ganz süßer Vogel, mit ihrem schwarzen Scheitel und dem schiefergrauen Nacken. Ihre Gattung verpasst ihr aber fast automatisch einen schlechten Ruf, denn sie gehört zu den Rabenvögeln. Um auf diese ungerechte Vorverurteilung aufmerksam zu machen, wurde sie zum Vogel des Jahres 2012 ernannt. Zu ihrem Schutz hat der Nabu Kaarst nun sechs Nistkästen am Gerätehaus der Feuerwehr Büttgen sowie am Parkplatz des Georg-Büchner-Gymnasiums in Vorst angebracht.

Ulrike Silberbach hat am Feuerwehrgerätehaus in Büttgen Nistkästen für Dohlen angebracht. Foto: M. Reuter

"Der Dohle fehlen die natürlichen Nistplätze in alten, hohlen Bäumen oder in Zwischenräumen alten Mauerwerks", sagt Nabu-Mitglied Sabine Friedeler. Früher fand sie auch Unterschlupf in Kirchtürmen, weshalb sie gerne "des Pastors schwarze Taube" genannt wurde.

Damit die Nistkästen in luftiger Höhe von knapp zehn Metern angebracht werden konnten, half die Feuerwehr mit ihrem Leiterwagen. Von ihrem Korb aus war es für zwei Feuerwehrmänner ein Leichtes, die drei Dohlenkästen übereinander am Baumstamm anzubringen. Es galt nur zu beachten, dass das Einflugloch nach Süd-/Südwesten ausgerichtet wurde. "Die Dohle braucht einen freien Einflug. Deswegen ist ein Wald für die Nistkästen auch nicht geeignet", erklärt Ulrike Silberbach.

Außerdem schätzt der Vogel viel Platz. Mit einer Höhe von 50 Zentimetern und einer Grundfläche von 30 mal 30 Zentimetern wird ihm genügend Komfort geboten. Aufgeraute Innenwände sorgen für etwas Höhlenambiente. Brutzeit der Dohle ist im Frühling, vier bis fünf Eier legt sie. Als Vogel mit hoher sozialer Kompetenz und viel Familiensinn nistet sie gerne in Kolonien, weshalb der Nabu drei Kästen in unmittelbarer Nähe zueinander anbrachte. Am Büttgener Sportplatz und am Georg-Büchner-Gymnasium bleibt sie zudem weitestgehend ungestört.

"Wir könnten auch in Wohnsiedlungen gehen, doch die Dohle besitzt wenig Akzeptanz", sagt Ulrike Silberbach. Zuerst hatte sie einen anderen Ort ausgeguckt, doch der dortige Jagdpächter war wenig begeistert. "Jäger schießen die Dohle. Sie sagen, sie würden Eier stehlen und die Rebhühner kaputtmachen. Wissenschaft behauptet das Gegenteil", so Silberbach.

Die Dohle ernährt sich hauptsächlich von Würmern und Käfern, auch von Beeren und Aas. Während der Bestand im Allgemeinen sinkt, verzeichnet der Niederrhein dagegen einen Zuwachs.

Mit der Dohle hat der Nabu Kaarst jetzt für eine weitere Vogelgattung Nistplätze geschaffen. Bisher baute sie sieben Kästen für Eulen und 15 für Fledermäuse.

(NGZ/rl)