Kaarst: Nienhaus fürchtet um lebendige Innenstadt

Kaarst: Nienhaus fürchtet um lebendige Innenstadt

Die ISG Kaarst-Mitte steckt in der Krise. Fehlendes Engagement der Händler könnte die Attraktivität der Kaarster Mitte in Gefahr bringen.

Mit einem Brandbrief hat sich Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus an die Einzelhändler gewandt. Grund dafür sind die neu zu besetztenden Ämter im Vorstand der Immobilien- und Standortgemeinschaft Kaarst-Mitte (ISG). Die bisherige Vorstandsvorsitzende Astrid Panitz sowie weitere Vorstandsmitglieder hatten angekündigt, sich bei der Jahreshauptversammlung am 5. März nicht wieder zur Wahl stellen zu wollen. Das Problem: bislang konnte keine Nachfolge gefunden werden. Das könnte schwerwiegende Folgen für die Innenstadt mit sich bringen.

Die ISG ist vor rund 13 Jahren gegründet worden, um das Marketing und die Aktivitäten in der Innenstadt zu kanalisieren und zu forcieren. Ohne die Gemeinschaft wird es in Zukunft schwierig werden, Marketingaktivitäten, Märkte und verkaufsoffene Sonntage zu realisieren. Mit der Auflösung der ISG würden aber nicht nur die bisherigen Veranstaltungen auf der Kippe stehen, auch bereits beantragte Fördermittel würden nicht fließen.

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In ihrem Brief schreibt Nienhaus: "Das ,Leben' in der Kaarster Mitte würde sich rückentwickeln, die Umsätze der Einzelhändler könnten sich dadurch verringern mit Auswirkungen auf den Fortbestand. Ein sogenannter Trading-down-Effekt könnte die Folge sein." Negative Auswirkungen, die alle Einzelhändler zu spüren bekämen. Und dennoch scheint sich niemand berufen zu fühlen, etwas dagegen zu unternehmen. Dieter Güsgen, Stadtmarketingleiter und ebenfalls Mitglied der ISG, sagt: "Scheinbar ist der Leidensdruck noch nicht hoch genug. Noch haben wir keine Ein-Euro-Läden. Aber wenn das einmal anfängt, ist es wie ein Dominoeffekt und bedeutet das Ende einer vielfältigen, lebendigen Innenstadt." Darum müsse man frühzeitig gegensteuern, um eine negative Entwicklung zu verhindern. Güsgen: "Wenn alle mitmachen, werden die Finanzierung und die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt." Momentan sei es aber so, dass eher die Stimmung "Die machen das schon" herrsche.

Der gleichen Ansicht ist auch Astrid Panitz, die aus verschiedenen Gründen ihr Amt niederlegt. Einer davon ist die geringe Beteiligung der anderen Einzelhändler. "Ich wünsche mir, dass die Einzelhändler aufwachen und sehen, dass man selbst etwas tun muss - selbst und ständig", betont sie. Wie bisher könne es ihrer Ansicht nach aber nicht funktionieren. Panitz glaubt, dass sich ganz grundsätzlich am Konzept etwas ändern müsse: "Es müsste eine große Werbegemeinschaft für Kaarst-Mitte geben. Dann ließen sich mehr Mitglieder und Aktive finden und der Aufwand und die Finanzen würden auch besser verteilt werden." Derzeit gibt es neben der ISG auch noch die Werbegemeinschaft Rathaus-Arkaden, die für deren Belange zuständig ist. Auch Dieter Güsgen hält es für eine gute Idee, die Werbegemeinschaft als "Institution in Gänze" miteinzubinden, wie er sagt. Ein guter Anfang sei aber bereits, wenn möglichst viele zur Versammlung am 5. März erscheinen und echtes Interesse am Fortbestehen der Innenstadt zeigen würden.

(NGZ)