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Neuss: Lama Annabelle besucht das Johanniter-Stift

Tierischer Besuch im Johanniter-Stift in Neuss : Annabelle schenkt Senioren ein Lächeln

Das Lama Annabelle hat in der vergangenen Woche die Senioren im Kaarster Johanniter-Stift besucht. Die Senioren waren begeistert von der Herzlichkeit des Tieres. Therapeutin und Besitzerin Heike Brug war zwei Stunden vor Ort.

Eine Seniorin hatte Tränen in den Augen, viele Gäste fühlten sich an ihre Kindheit erinnert: Der Besuch von Lama Annabelle im Johanniter-Stift in Kaarst war für alle Beteiligten sehr emotional. So auch für Besitzerin Heike Brug, die im Begegnungszentrum in Delhoven insgesamt 19 Lamas hält und Menschen mit den Tieren therapiert. „Das war schon sehr berührend. Eine Dame wollte zuerst nichts mit Annabelle zu tun haben, dann hat sie sich plötzlich doch getraut und wollte das Lama am Ende gar nicht mehr loslassen“, schildert Brug den Besuch. Zwar war der zweistündige Besuch in Kaarst für Annabelle ziemlich anstrengend, „aber sie hat es toll gemacht, wie ein Vollprofi“, sagt Brug. Annabelle weiß genau, wie sie die älteren Menschen wo berühren muss, damit sie etwas Positives fühlen. „Sie mobilisiert längst vergessene Kräfte in den Menschen“, sagt Brug. Lamas seien sehr sensibel, ähnlich wie Delfine, die vor allem in den USA als Therapie-Tiere gefragt sind. Eine Begegnung mit Lamas sei „gut für die Seele“, sagt Brug.

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Auch das Johanniter-Stift war mit Annabelles Besuch rundum zufrieden. „Es war wunderschön für uns. Die Gäste in der Tagespflege waren begeistert und haben gestrahlt. Viele haben sich an ihre Kindheit erinnert, als sie selbst mit Tieren auf einem Bauernhof gelebt haben. Das war wirklich ein toller Besuch, den wir gerne wiederholen wollen“, sagt Sonja Fritsch-Tenhagen.

Die 58-Jährige Brug setzt ihre 19 Lamas nicht nur für Senioren oder demenzkranke Menschen ein, sondern therapiert auch Kinder. Auch bei Opfern von Missbrauch zeigt die Therapie mit Lamas Erfolge. Und: Jedes Lama hat andere Stärken, ähnlich wie bei Menschen. Das eine ist besser im Umgang mit Kindern, das andere zaubert Senioren ein Lächeln ins Gesicht. „Die Tiere lügen nie. Sie merken immer, was mit den Menschen nicht stimmt und gehen auf sie ein“, sagt Brug. In ihrem Begegnungszentrum in Delhoven hat sie Annabelle von klein auf großgezogen, mittlerweile ist das Tier zweieinhalb Jahre alt. „Wir haben am Anfang Muttermilch abgepumpt und sie Annabelle mit der Flasche gegeben“, erinnert sich Brug: „Irgendwann ist die Milch ihr aus der Nase rausgekommen, dann war Schluss.“ Neben den 19 Lamas besitzt Brug noch Ziegen, Ponys, Kaninchen und Hunde, die sie je nach Bedarf auch für ihre Therapie einsetzt.

Die Arbeit macht Brug unheimlich viel Spaß. Vor allem dann, wenn sie in strahlende Gesichter wie in Kaarst blicken kann. „Die Freude in den Gesichtern der Menschen erfüllt mich. Die Tiere schenken bedingungslose Liebe, ohne irgendwelche Bedingungen an die Menschen zu stellen“, sagt sie. Rund 200 Euro Futterkosten allein für Heu fallen pro Monat an. Deshalb kann sie die Besuche auch nicht kostenlos anbieten. „Von irgendetwas muss ich die Tiere ja auch unterhalten“, sagt Brug. Neben den Besuchen bietet die Therapeutin auch Einzelsitzungen und Lama-Wanderungen an. Nur an Weihnachten kommt sie ehrenamtlich mit ihrem Lama vorbei.