Neujahrskonzert Kaarst: Hörgenuss vor kleinem Publikum

Kaarst : Hörgenuss bei einem nur schwach besuchten Neujahrskonzert

Das Ensemble „Les Lumiers“ überzeugte mit Werken von Johann Sebastian Bach. Für den Dirigenten war das Gastspiel ein Wiedersehen mit Freunden.

Ein schriftliches Programm gab es nicht, aber Michel Rychlinksi als musikalischer Leiter gab vor jedem Stück ausreichend Informationen: Das Neujahrskonzert des Kölner Ensembles „Les Lumieres“ in der Pfarrkirche Sieben Schmerzen Mariens entpuppte sich als wahrer Hörgenuss.

Rychlinksi, vor zehn Jahren in Kaarst im Rahmen einer Elternzeitvertretung tätig, freute sich über viele bekannte Gesichter im Publikum und die Möglichkeit, das von ihm gegründete Ensemble vorzustellen. „Les Lumieres“ setzt sich aus Profis, Nachwuchskräften und geeigneten Laien zusammen und operiert auf europäischer Ebene. Aktuell agiert das Ensemble in deutsch-französischer Besetzung, sucht aber weitere Teilnehmer in anderen Ländern. Chor und Orchester verbinden sich zu einem Projekt, das Toleranz und Völkerverständigung musikalisch umsetzt.

Für das Neujahrskonzert hatte Rychlinksi drei Werke von Johann Sebastian Bach ausgewählt. Zunächst erklang die Neujahrskantate Nummer fünf aus dem Weihnachtsoratorium. Chor und Orchester bestachen dabei bereits durch ein  Schwelgen in Tönen. Der Chor überzeugte durch präzise Aussprache, gerade auch bei den Endungen, und die Orchestermusiker schufen eine sichere Begleitung mit vollem Klang. Auch die Solo-Partien gelangen den Sängern und erzeugten eine andächtige, nachweihnachtliche Atmosphäre.

Michel Rychlinksis energischem Dirigat folgten die Musiker ausnahmlos. Dabei war allen Beteiligten die Freude beim Musizieren ins Gesicht geschrieben, so dass vor allem bei der Orchestersuite Nummer drei sowohl majestätische wie tänzerisch-fröhliche Klänge perfekt umgesetzt wurden. Aber auch das berühmte „Air“ in D-Dur wurde entsprechend gefühlvoll gestaltet. Beim „Magnificat“ in D-Dur gaben Chor und Orchester nochmal alles und verzauberten ihre Zuhörer.

Stimmgewaltig waren auch die Solisten aus den Reihen der Chorsänger, und die Orchestermusiker ließen bei Solopartien keine Schwächen erkennen. Der fulminante Schlusschor beendete einen neunzigminütiges Konzert der Extraklasse. Das Publikum reagierte begeistert und dankte allen Ausführenden mit viel Applaus. Den engagierten Musikern hätte man wesentlich mehr Zuhörer in der nur schwach besetzten Kirche gewünscht.