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Kaarst: Neues Pflegeheim: Stadt sammelt Angebote

Kaarst : Neues Pflegeheim: Stadt sammelt Angebote

Im Kaarster Westen soll eine vierte Pflegeeinrichtung entstehen. Mit einer Ausschreibung hat die Verwaltung das Bieterverfahren eröffnet.

Das Interesse an einem vierten Pflegeheim in Kaarst ist groß. Sei es seitens der Bürger, die immer wieder nach einer weiteren Einrichtung fragen, oder von Investoren, die in jüngerer Vergangenheit mit Anfragen bei der Stadt vorstellig wurden. Mit einer Ausschreibung hat die Verwaltung nun das Bieterverfahren eröffnet. Bis Ende Januar 2013 können Investoren ihr Gebot abgeben.

Das Grundstück für die stationäre Pflegeeinrichtung mit Geschosswohnungsbau für Betreutes Wohnen liegt im Kaarster Westen — im geplanten Neubaugebiet südlich der Alten Heerstraße, direkt neben der ehemaligen Albert-Schweitzer-Grundschule. Knapp 6200 Quadratmeter stehen zur Verfügung.

Die Vorgaben der Stadt lauten: maximal 80 stationäre Pflegeplätze, darunter dauerhafte Kurzzeit- und mindestens zwölf Tages- oder Nachtpflegeplätze, ein bewohnerorientiertes Wohngruppenkonzept, ergänzend barrierefreie Wohnungen in direkter Nachbarschaft sowie ein öffentliches Café oder Restaurant.

Mindestens acht Wohnungen sollen unter Inanspruchnahme von Mitteln der sozialen Wohnraumförderung des Landes NRW errichtet werden. Nach deren Bestimmungen könnten sie auch als barrierefreie Gruppenwohnungen für ältere und behinderte Menschen entstehen, die ihre Betreuung individuell mit Hilfe ambulanter Dienste ihrer Wahl organisieren können. Die Vermietung richtet sich dabei nach Einkommensgrenzen, bei alleinstehenden Personen liegt diese derzeit bei 17 000 Euro, bei zwei Erwachsenen bei 20 500 Euro.

Der Kaufpreis ergibt sich aus dem Bieterverfahren. Bekanntgegeben wurde es über die Internetseite der Stadt Kaarst (www.kaarst.de) und auf Immobilienportalen. "Die fünf in den vergangenen Jahren bereits an die Stadt herangetretenen Investoren und Betreiber wurden persönlich angeschrieben", sagt Stadtsprecherin Sigrid Hecker. Einer von ihnen brachte eine Einrichtung mit Schwerpunkt auf demenziell erkrankte Menschen ins Gespräch.

Die neue Pflegeeinrichtung werde diesen allerdings nicht explizit legen. "Der Johanniter-Stift wird zurzeit erweitert, um demenziell erkrankte Menschen besser betreuen zu können", erläutert Hecker den Hintergrund.

Die Abgabefrist für das Bieterverfahren endet am 31. Januar um 12 Uhr. Bei mehreren Geboten in gleicher Höhe fordert die Stadt den Höchstbieter zur Abgabe von Nachgeboten auf. Bis Ende März werden die Angebote dann geprüft und bewertet, heißt es. Die politischen Gremien sollten dann im Idealfall im April eine Vergabeentscheidung fällen.

Planungsrecht besteht bereits durch den Bebauungsplan Nr. 103 ("Alte Heerstraße/Broicherdorfstraße"), so dass für einen Baubeginn nur noch eine Baugenehmigung erteilt werden muss. Ein Erschließungsvertrag regelt die Einrichtung einer Baustraße sowie die Ver- und Entsorgung im Plangebiet.

(stef)