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Kaarst: Neuer Supermarkt am Berliner Platz?

Kaarst : Neuer Supermarkt am Berliner Platz?

Weil der Mietvertrag für den "Kaiser's"-Supermarkt am Rathausplatz 2013 ausläuft, suchen Verwaltung und Politik jetzt nach einer Lösung. Das Architekturbüro Agirbas und Wienstroer hat vier Vorschläge für die Unterbringung eines Vollsortimenters im Herzen Büttgens erarbeitet.

Das finsterste alle Szenarien für den Büttgener Einzelhandel sieht in etwa so aus: überhaupt kein Supermarkt mehr in der Nähe des Rathauses, ein erster, entscheidender Leerstand, der die Kunden in andere Ecken leitet und dann weitere Ortsmitte-Einzelhändler mit ins Unglück reißt. So muss es nicht kommen. "Aber es könnte", sagt Bruno Nelles, Leiter des städtischen Planungsbereichs.

Das Problem ist: Der Mietvertrag für den "Kaiser's"-Supermarkt am Rathausplatz, der mit rund 400 Quadratmetern Verkaufsfläche nach heutigen Maßstäben auch noch relativ klein ist, läuft im Jahr 2013 aus. Deshalb suchen Verwaltung und Politik jetzt unter Hochdruck nach einer Lösung. Mehrere mögliche Supermarkt-Standorte wurden in Büttgen auf ihre Realisierbarkeit in Bezug auf Fläche, Stellplätze und Verfügbarkeit hin unter die Lupe genommen. Als "Lage-Favorit" herauskristallisiert hat sich am Ende der Berliner Platz, gleich hinter dem bestehenden "Kaiser's"-Markt.

Der Berliner Platz befindet sich im sogenannten "zentralen Versorgungsbereich", den wiederum der am Donnerstag vom Rat verabschiedete Fachentwicklungsplan Einzelhandel festlegt. Ein von den Grünen und der Zentrumspartei mit ins Auge gefassten Alternativstandort an der Luisenstraße liegt nur ein paar hundert Meter Luftlinie entfernt, allerdings auf der anderen Bahnseite und damit außerhalb des zentralen Versorgungsbereichs.

Von der Verwaltung und wohl auch der politischen Mehrheit gewollt ist also ein Vollsortimenter im Herzen von Büttgen. Was die Größe des künftigen Marktes betrifft, bedeutet das "irgendetwas" zwischen 1200 und 1500 Quadratmetern. Diese Dimension, sagt der Technische Beigeordnete Manfred Meuter, sei heutzutage absolut üblich. "Und wir brauchen eine Lösung, die nachhaltig in den nächsten Jahrzehnten funktioniert." Mit der Erarbeitung der Vorschläge für den Berliner Platz wurde das renommierte Neusser Architekturbüro Agirbas und Wienstroer beauftragt. Vier mögliche Varianten werden von den Experten als machbar angesehen: ein Markt an der Ecke Berliner Platz/Glehner Straße mit 1300 bzw. 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche oder ein Markt an der Ecke Berliner Platz/Bachstraße mit 1000 bzw. 1200 Quadratmetern. "Bei allen Varianten gibt es Vor- und Nachteile", sagte Architekt Ercan Agirbas am Mittwoch vor dem Planungsausschuss. Wichtig sei am Ende auf jeden Fall eine Höhenstaffelung einzelner Gebäudeteile, um eine optische Teilung zu erzeugen. Die großen Bäume auf dem Berliner Platz und an der Glehner Straße wurden in die Planungen einbezogen. Der Anlieferverkehr soll jeweils in eine Richtung in ein überdachtes Gebäude laufen. Die Fraktionen beraten die Vorschläge jetzt.

(NGZ)