Kaarst: Neue Windräder an der Stadtgrenze?

Kaarst: Neue Windräder an der Stadtgrenze?

Südlich der Necklenbroicher Straße könnten weitere Windkraftanlagen entstehen.

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat im aktuellen Entwurf des Regionalplans im Westen von Büderich - südlich der Necklenbroicher Straße, in der Nähe der Stadtgrenze zu Kaarst - neben Osterath eine weitere sogenannte Windkraftoptionsfläche auf Meerbuscher Stadtgebiet dargestellt. Drei Windräder älterer Bauart mit einer Gesamtleistung von 2,4 Megawatt drehen sich bereits seit 2009 im Westen Osteraths. Im Windradpark Kaarst, zwischen 2006 und 2008 nördlich der A 52 errichtet, leisten sechs Windräder insgesamt zwölf Megawatt und können damit rund 6800 Haushalte im Jahr mit Strom versorgen. Nun möchte die nordrhein-westfälische Landesregierung den Anteil der Erneuerbaren Energien verstärkt ausbauen.

Die Stadt Kaarst lehnt eine zusätzliche Windkraftanlagenfläche an anderer Stelle unter anderem aus städtebaulichen und landschaftsplanerischen Gründen ab. Auch ein sogenanntes Repowering der bestehenden Anlagen, also ein Vergrößern im tatsächlichen wie im technischen Sinn, kam für den Betreiber bislang nicht in Betracht. In Meerbusch sieht die Situation anders aus. Im vor zweieinhalb Jahren verabschiedeten Klimaschutzkonzept der Stadt Meerbusch ist ein deutlich höherer Energieanteil durch Windstrom vorgesehen, als er derzeit erzeugt werden kann. Schon vor mehr als zwei Jahren wurden Genehmigungen für zwei weitere Windräder in Osterath beantragt - aber nicht erteilt. "Die großen Rotoren würden das Radar des Flughafens Düsseldorf stören", erklärt Heiko Bechert, Leiter des Fachbereichs Umwelt in der Nachbarstadt. "Die Prüfung im Umweltbericht zum Regionalplan kommt jetzt zu einer positiven Bewertung", berichtet Stadtsprecher Michael Gorgs. "Ob hier auf Meerbuscher Stadtgebiet ein weiterer Windkraftanlagenstandort geeignet ist, muss allerdings durch eine gutachterliche Nachuntersuchung geprüft werden." Dabei sei zu beachten, dass eine dort aufgestellt Anlage ebenfalls in der Einflugschneise des Düsseldorfer Flughafens stehen würde. Gorgs: "Die Stellungnahme des Flughafens Düsseldorf zum Regionalplanentwurf ist hierzu abzuwarten."

(juha/mrö)
Mehr von RP ONLINE