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Kaarst: Neue Pläne für Vorster Mitte

Kaarst : Neue Pläne für Vorster Mitte

Die Verwaltung will die Rahmenplanung für die Ortsmitte fortschreiben. Eine Bauträgergesellschaft hat sich den Zugriff auf Grundstücke im hinteren Teil der Antoniusstraße gesichert und möchte dort bauen. Die CDU ist dagegen.

Zwischen Vorgarten und Umgebung liegt in Büttgen in der Regel eine stark befahrene Straße, in Vorst hingegen gibt es nichts — nichts Störendes, woran der Blick hängenbleibt. Linning, Alt Werret, Alt Vorst, Kaninchenskamp, Rottes: Viele Wohnbereiche sind in Vorst noch unmittelbar mit der offenen Landschaft verbunden, und das soll auch so bleiben, wenn es nach den Vorstellungen von Politik und Verwaltung geht.

Die Stadt will die 1990 vom Rat beschlossene Rahmenplanung für die Ortsmitte, die damals die gesamte Landschaftsbucht nördlich der Schiefbahner Straße und der Antoniusstraße umfasste, weiterentwickeln. Das Ziel: Ortsrand und Landschaft sollen möglichst fließend ineinander übergehen — mit maßvoller, kleinteiliger und landschaftsverträglicher Bebauung, Grünzonen und einer Rad- und Fußwegverbindung im "Rücken" der Antoniusstraße, zum Beispiel. In diesen Plan passt aus Sicht der Stadt auch ein Vorhaben des Neusser Unternehmens DJS.

Die Bauträgergesellschaft hat mit den Eigentümern der Grundstücke — darunter ist auch die Kirchengemeinde St. Antonius — im Bereich zwischen Auf dem Rott, Waldstraße und Antoniusstraße Kaufoptionsverträge abgeschlossen und möchte diese (Grundstücke) bebauen. Mit "hochwertigen freistehenden Einfamilien- und Doppelhäusern", wie Geschäftsführer Kay Jensen betont. Ein entsprechender Antrag auf Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens liegt bereits vor. Heute Abend soll der Planungsausschuss darüber entscheiden. Der Bebauungsplan, sagt die Verwaltung, soll sich an den noch näher zu definierenden Zielen der Rahmenplanung orientieren. CDU und FDP werden den Vorschlag ablehnen.

"Der Bereich nördlich der Antoniusstraße ist einer von mehreren Bereichen in Vorst, wo in Zukunft grundsätzlich noch maßvolle bauliche Erweiterungen denkbar sind", sagt CDU-Stadtverbandschef und Vorsitzender des Grundstücksausschusses Lars Christoph. Dennoch werde die CDU der Beschlussvorlage der Verwaltung nicht folgen. "Wir verfolgen seit Jahren eine konsequente Bodenmanagementpolitik: Neue Baugebiete entwickeln wir nur dort, wo die Stadt zuvor ins Eigentum der Grundstücke gekommen ist. Daran wollen wir festhalten." Dieser Weg sei notwendig, damit bei einer baulichen Entwicklung nicht die Infrastrukturkosten ausschließlich bei der Stadt, die Planungsgewinne im Gegenzug ausschließlich bei den Grundstückseigentümern blieben, sagt Christoph.

Ein weiterer Vorteil eines solchen Vorgehens aus Sicht der CDU: Die Grundstücke könnten über die Grundstücksbörse individuell veräußert, vielen jungen Familien damit die Möglichkeit zur Ansiedlung gegeben werden. "Die guten Erfahrungen mit dem Gebiet an der Hubertusstraße geben uns hier recht", so Christoph.

(NGZ/rl)