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Kaarst: Neue Fakten im Schul-Streit

Kaarst : Neue Fakten im Schul-Streit

In der Entscheidungsphase über den Standort der dritten Grundschule im Ortsteil Kaarst hat die Verwaltung kurzfristig ein Schadstoffgutachten für das Grundschulgebäude an der Bussardstraße in Auftrag gegeben.

Bussardstraße oder Stakerseite? Tief im Westen oder doch besser in der Mitte? Wo soll künftig die dritte Grundschule im Ortsteil Kaarst stehen? Die endgültige Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen, denn möglicherweise liegen bald neue Fakten auf dem Tisch. Die Verwaltung hat kurzfristig ein Schadstoffgutachten für das Grundschulgebäude an der Bussardstraße in Auftrag gegeben, und auch die Geburtenzahlen, auf deren Basis sich die künftig benötigte Anzahl an Grundschuleingangsklassen berechnet, wurden neu abgefragt (siehe Info-Kasten). Beides wurde gestern Abend dem Hauptausschuss mitgeteilt.

Noch einmal zur Erklärung: Bis zum Sommer 2010 gab es in Kaarst vier Grundschulen, von denen eine – die Albert-Schweitzer-Schule an der Bussardstraße – wegen zu geringer Neuanmeldungen aufgegeben werden musste. Jetzt geht es um den künftigen Standort für die dritte Grundschule. Mit neun Ja- und sechs Neinstimmen hatte der Schulausschuss Ende März beschlossen, die Grundschule Stakerseite spätestens zum Schuljahr 2014/2015 an die Bussardstraße zu verlegen. Das leerstehende Gebäude der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule am westlichen Stadtrand soll ausgebaut werden, die Grundschule an der Stakerseite würde geschlossen. Das entspricht dem Willen der Verwaltung und bislang auch der öffentlich einstimmig geäußerten Meinung von CDU und FDP. Die endgültige Entscheidung soll der Stadtrat in seiner Sitzung am 12. Mai treffen. Das Schadstoffgutachten, das der Verwaltung bis zum 5. Mai vorliegen soll, könnte dabei ausschlaggebend sein.

PCB und Asbest

Fakt ist: 1992 wurden alle Räume der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule auf Asbest untersucht. Gefunden wurden zwei problematische Zementblumenkübel, lose Flachdichtungen in einer Tüte im Putzraum und zehn Bunsenbrennerdrahtnetze. Die Anlagen zum Asbest-Untersuchungsbericht liegen nicht mehr vor. Die Verwaltung geht jedoch davon aus, dass die giftigen Stoffe "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" entfernt wurden.

Unklar ist aber auch, wie es mit Belastung der Bussardstraßenräume durch den Schadstoff PCB aussieht. 1999 gab es eine Untersuchung, die eine mittelfristige Sanierung empfahl. Die wurde 2003/2004 in Angriff genommen. Problem: Ob dadurch der PCB-Gehalt in der Raumluft gesenkt werden konnte, lässt sich derzeit nicht durch Messprotokolle nachweisen, denn seither gab es keine Messungen mehr. Ein Hinweis in der Indigo-Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2009, der mögliche weitere Schadstoff-Untersuchungen anrät, sei nicht weiter verfolgt worden, weil man dafür zunächst keine Veranlassung sah. So erklärt es jedenfalls Schuldezernent Heinz Dieter Vogt. Eine Gefährdung, sagt er, sei zwar unwahrscheinlich. "Trotzdem wollen wir auf Nummer sicher gehen. Die Sicherheit geht vor."

(NGZ)