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Kaarst: Neue Chance für Hauptschule?

Kaarst : Neue Chance für Hauptschule?

Am Montag hat die Stadt die noch nicht öffentlichen Ergebnisse der Elternbefragung zur Zukunft der weiterführenden Schulen vorgestellt. Fällt das Ergebnis nicht eindeutig aus, könnte die Hauptschule erst einmal weiterbestehen.

Noch ist nichts entschieden. Noch hat die städtische Gemeinschaftshauptschule in Büttgen ausreichend Anmeldungen, um weiterbestehen zu können — 20, um genau zu sein, für das kommende Schuljahr. 18 sind nötig, um eine Eingangsklasse bilden zu können. Und — noch hat sich die Politik nicht festgelegt, ob und ab wann sie eine Sekundar- oder eine Gesamtschule am bisherigen Büttgener Schulstandort haben will. Mit dem Ende "seiner" Hauptschule hat sich Schulleiter Hermann Köster mittlerweile trotzdem abgefunden, eigentlich. "Ich habe lange gekämpft und es ist mir sehr schwer gefallen, das zu begreifen. Aber angesichts der rückläufigen Schülerzahlen, der nach oben verschobenen Ansprüche der Arbeitgeber und des Wahlverhaltens der Eltern hat die Hauptschule als Schulform langfristig einfach keine Zukunft mehr."

Gilt das auch für Kaarst? Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Sekundar- oder Gesamtschule? Eltern von 1162 Kaarster Erst- bis Drittklässlern wurden von der Verwaltung in den vergangenen Wochen gefragt, an welcher Schule sie ihr Kind nach der vierten Klasse anmelden würden. Die Befragung sollte ermitteln, ob überhaupt der Bedarf für eine neue Schulform besteht, und wenn ja, für welche. Gestern wurden die noch nicht öffentlichen Ergebnisse dem Arbeitskreis "Weiterführende Schulen" vorgestellt. Am 14. Juni ist Schulausschuss. Ob diesem ein eindeutiges Ergebnis pro Gesamt- oder Sekundarschule präsentiert werden kann, scheint fraglich. Die befragten Eltern konnten eine der beiden neuen Schulformen wählen, ihre Entscheidung aber auch offen lasen. Ein unklares Ergebnis wird der Politik nur nicht weiterhelfen. Bei einem Informationsabend im April warb Schuldezernent Heinz Dieter Vogt deshalb für eine "klare" Antwort. Gibt es die nicht, hat die Hauptschule in Büttgen, für die es laut Vogt intern auch Anfragen aus Nachbarkommunen gibt, womöglich zumindest vorübergehend eine Überlebenschance.

Hermann Köster betont dennoch: "Es muss jetzt eine klare, zukunftsweisende Entscheidung getroffen werden. Mir persönlich ist wichtig, dass wir das hier gut zu Ende führen. Ganz gleich, ob anstelle der Hauptschule irgendwann eine Sekundar- oder eine Gesamtschule steht — für die jetzigen Hauptschulkinder muss gesorgt werden."

(NGZ)