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Kaarst: Neubau der Dreifachturnhalle verzögert sich

Kaarst : Neubau der Dreifachturnhalle verzögert sich

Während beim Abriss der alten Dreifachturnhalle an der Pestalozzistraße alles nach Plan läuft, sieht es so aus, als würde sich der Neubau definitiv verzögern.

Weil auf die vom Stadtrat im Oktober 2009 beschlossene Teilfunktionalausschreibung nur fünf Unternehmer konkrete Angebote abgegeben haben, selbige aber alle über dem zuvor festgesetzten und jetzt noch mal bestätigten Neubau-Budget liegen, hat der Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss — der ja auch Vergabeausschuss ist — die Teilfunktionalausschreibung aufgehoben.

Gleichzeitig wurde eine neue gewerkeweise Ausschreibung beschlossen. Dass die neue Halle, wie ursprünglich geplant, Ende November 2011 fertiggestellt ist, scheint deshalb zum jetzigen Zeitpunkt mehr als fraglich. "Wenn es möglich ist, versuchen wir noch im November mit den Bauarbeiten zu beginnen", sagt Bürgermeister Franz-Josef Moormann. Der Termin sei wohlgemerkt als "sportliches Ziel" zu verstehen. "Die Voraussetzung ist, dass wir nächste Woche zu Ergebnissen kommen."

Am kommenden Donnerstag sollen der Sport-, Senioren-, Demografie- und Sozialausschuss sowie der Bau- und Umweltausschuss in einer gemeinsamen Sondersitzung über mögliche kostensparende Änderung der ursprünglichen Planung entscheiden. Zur Debatte stehen zum Beispiel die Gebäudekubatur, also eine Verringerung des Gebäudevolumens durch eine niedrige Dachhöhe außerhalb des Spielfelds, aber auch die technische Hallenausstattung und die Anzahl der Zuschauerplätze. Diese ist derzeit auf 600 festgelegt, und das macht das Bauprojekt unter anderem aus brandschutzrechtlichen Gründen besonders teuer. Die Abwägung, worauf unter Umständen verzichtet werden muss, sei nun Aufgabe der Politik, sagt der Bürgermeister.

Klar ist: 4,15 Millionen Euro sind insgesamt für den Abriss der alten und den Bau der neuen Halle im städtischen Haushalt vorgesehen. Davon sollten 2,1 Millionen Euro durch das Konjunkturpaket II abgedeckt werden. Wegen der Zeitverzögerung müssen die Fördergelder jetzt zum Teil auf andere Projekte umgeschichtet werden, damit sie nicht verloren gehen. Der Abriss wird rund 300 000 Euro kosten, 420 000 Euro bekommen Architekten, Ingenieure und Rechtsanwälte. Bleiben 3,43 Millionen Euro für die neue Halle. Alle fünf Angebote liegen bei mehr als vier Millione Euro.

Und dennoch — sich für eine Teilfunktionalausschreibung zu entscheiden, die die technische und konzeptionelle Kleinarbeit in die Hand eines Generalunternehmers gibt, sei aus damaliger Sicht kein Fehler, sagt Moormann. Bei der gewerkeweisen Ausschreibung muss der Architekt jetzt zunächst die komplette Entwurfsplanung machen. Geprüft werden soll, ob ein Controller die Koordinierung der Arbeiten übernimmt.

(NGZ)