Kaarst: Naherholungsgebiet wird 2014 fertig

Kaarst : Naherholungsgebiet wird 2014 fertig

Der Baggersee an den Kaarster Buscherhöfen wird komplett verfüllt. Entstehen soll ein kleines Naturparadies.

Die Kaarster Bürger können sich auf ein schönes neues Naherholungsgebiet freuen. Aber anders als zunächst geplant, wird im Rahmen der Rekultivierung auf den Kaarster Buscherhöfen kein rund zwei Hektar großer Restsee erhalten bleiben. Aber die Feuchtbiotope mit Tümpeln werden ökologisch mindestens genauso wertvoll sein und seltene Tierarten anlocken. Ein neuer Rundweg wird entstehen, zu dem auch eine einige Meter hohe Aussichtsplattform gehören wird. Die Fertigstellung dieses kleinen Naturparadieses erfolgt spätestens bis Ende 2014.

Im Oktober hatte die Untere Wasserbehörde des Rhein-Kreises Neuss einen Änderungsbescheid erlassen, der sich auf eine Fläche von insgesamt 8,5 Hektar bezieht. Grund war ein hydrologisches Gutachten des Ingenieurbüros "Janus & Partner" aus Bergheim. Es sagt im Kern aus, dass ein zwei Hektar großer See wegen des zu hohen Nährstoffgehalts und der relativ hohen Phosphatfracht des Grundwassers "umkippen" könnte. Der Technische Beigeordnete Manfred Meuter unterrichtete den Bauausschuss jetzt darüber, dass die mögliche Stabilisierung des Sees durch technische Maßnahmen wie Sauerstoffzufuhr durch Umwälzung oder durch einen Schilfgürtel in einem weiteren Gutachten als risikoreich bewertet wurde. Der Abschied von dem rund zwei Hektar großen See dürfte jedoch nicht schwerfallen angesichts dessen, was dort entstehen wird.

Vorgesehen ist beispielsweise ein Schwemmsandbecken, in das Schwemmsand aus der Kieswäsche eingespült wird. Es bietet seltenen Tieren Lebensraum. Außerdem werden Feuchtkomplexe mit Tümpeln entstehen, die aus Oberflächenwasser aus dem Einzugsgebiet gespeist werden und Amphibien sowie kleinere Reptilien anziehen dürften. Für Erholungssuchende wird ein eigen dafür umgestalteter Bereich außerhalb des Feuchtbiotopkomplexes geöffnet. Geschaffen wird ein kleiner Rundweg mit einer einige Meter hohen Aussichtsfläche.

Norbert Clever, Leiter des Kreisumweltamtes, rechnet damit, dass auch der Flussregenpfeifer nach Kaarst kommen wird: "Das ist eine ganz empfindliche Tierart, die streng geschützt ist." Das neue Naherholungsgebiet wird verknüpft mit dem rund 40 Meter breiten Grünstreifen mit sich schlängelndem Fuß- und Radweg, der vor zwei Jahren angelegt wurde. "Von hieraus wird eine große Schleife hin zum Rundweg geführt", erklärte Manfred Meuter. Die Aussichtsplattform entsteht auf bereits verfülltem Gebiet.

Mit der Verfüllung des in den 1960er bis 1980er Jahre entstandenen Baggersees wurde bereits 1993 begonnen.

(barni)