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Kaarst: "Nachhaltigkeit wichtiger als demografischer Wandel"

Kaarst : "Nachhaltigkeit wichtiger als demografischer Wandel"

Die Haushaltseinbringung 2012 hat Bürgermeister Franz-Josef Moormann jetzt genutzt, um Aufgaben und Ziele für die Zukunft der Stadt abzustecken. Die NGZ hat einige Punkte aus der Haushaltsrede zusammengefasst.

Interkommunale Zusammenarbeit Aus Sicht des Kaarster Bürgermeisters sollen die Städte künftig noch stärker zusammenarbeiten. Die Politik hat er aufgefordert, alle Aufgabenfelder auszuloten, in denen eine Kooperation zu besserer und wirtschaftlicherer Aufgabenerledigung führen kann — etwa im Schulwesen und beim Lärmschutz rund um den Düsseldorfer Flughafen.

Demografie Was das Thema demografische Entwicklung angeht, sieht Franz-Josef Moormann die Stadt auf einem guten Weg. Speziell für Kaarst bedeutsam, sagt er, sei weniger der Bevölkerungsrückgang, als die Altersverschiebung innerhalb der Gesellschaft.

"Der Anteil der vergleichsweise älteren Menschen wird in den nächsten Jahren fortlaufend zunehmen." Die wirtschaftliche Versorgung der Rentner, die Grundsicherung im Alter und die wirtschaftlichen Fragen im Zusammenhang mit der Bereitstellung zusätzlicher Pflege seien wohlgemerkt Aufgaben des Bundes, nicht der Kommunen.

Was die eigentlichen städtischen Aufgaben betreffe, so Moormann, sehe er einen "einen angemessenen Erledigungsstand". So werde zum Beispiel die Erweiterung des Johanniter-Stiftes um eine Demenzstation von der Stadt gefördert; der Rat habe den Bedarf für eine vierte Senioreneinrichtung festgestellt; die Themen Wohnen, Nahversorgung und Stärkung eines sozialen Umfeldes im Alter seien erkannt.

Nachhaltigkeit Ein festgeschriebenes Nachhaltigkeitskonzept sieht Moormann für Kaarst nicht. Nachhaltigkeit, sagt er, bilde sich in einem Prozess heraus, der ökologische, soziale und ökonomische Belange austariere. In allen Bereichen sei Kaarst gut aufgestellt. "Nachhaltigkeit muss prozesshaft von Fall zu Fall entwickelt werden."

Perspektiven sieht der Bürgermeister zum Beispiel im Hinblick auf die Regionalplanung, insbesondere zum Kaarster Norden, und im Bereich der Geothermie (Erdwärme). Zusammenfassend, so Moormann, sollte die Stadt der Nachhaltigkeit höhere Aufmerksamkeit widmen als dem Thema demografischer Wandel. Denn dort lägen gesamtgesellschaftlich und kommunal die schwerwiegenderen Herausforderungen auf dem Tisch.

(NGZ)