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Kaarst: "Mr. Mondän" plant größeren Autoturm

Kaarst : "Mr. Mondän" plant größeren Autoturm

Einen 175 Meter hohen "Baum" aus 932 Mercedes-Karossen inklusive Restaurant möchte Aktionskünstler Frank Jülich bauen – nach wie vor. Die Planungen dauern bereits zwei Jahre. Ein Bauunternehmer hat zugesagt.

Einen 175 Meter hohen "Baum" aus 932 Mercedes-Karossen inklusive Restaurant möchte Aktionskünstler Frank Jülich bauen — nach wie vor. Die Planungen dauern bereits zwei Jahre. Ein Bauunternehmer hat zugesagt.

"Normal" ist ein Ausdruck, der in seinem Wortschatz nicht vorkommt. Für Frank Jülich alias "Mr. Mondän", Dachdecker aus Holzbüttgen, kann Kunst gar nicht groß genug sein, also — groß im Sinne von Dimension.

Eine Unterwasser-Reibekuchenbude und einen 13 Meter großen Osterhasen aus Stofftieren hat der 48-Jährige schon gebaut, unter anderem. Vor zwei Jahren allerdings kündigte er sein bislang größtes Herzensprojekt an: einen 175 Meter hohen "Baum" aus 932 Mercedes-Karosserien inklusive Restaurant auf der Autoturmspitze. Bislang ist aus den Plänen noch nichts Sichtbares entstanden, aber das Projekt, sagt Jülich, schreite weiter voran.

Achterbahn-Aufzüge

"Wir hatten in der Vergangenheit sehr mit der Statik zu kämpfen", erklärt er. Mit anderen Worten: Die Vorstellungen des Künstlers kollidierten oft mit dem technisch Machbaren. Mittlerweile arbeitet "Mr. Mondän" in einem Team, zu dem auch Tedi Psarras gehört. Psarras stellte den Kontakt nach Dubai her. Dort sollte zunächst ein Käufer gefunden werden. Die technischen Schwierigkeiten ließen die Verhandlungen jedoch ins Stocken geraten. Jetzt, heißt es, seien alle Probleme beseitigt. Mit dem Bau könne nun begonnen werden.

Als Bauunternehmer hat das "Mondän-Team" Max Bögl gewinnen können, zu dessen Referenzen unter anderem die Münchener Allianz Arena und der Berliner Hauptbahnhof gehören. Bögl soll die Vision des automobilen, multifunktionalen Mamutbaums umsetzen. Nach den Vorstellungen Jülichs bildet ein 15 Meter hoher Kühler die Einfahrt zu einem in 30 Metern Höhe gelegenen Parkdeck.

Die Aufzüge gleichen einer Achterbahn, mit der die Besucher spiralförmig zum Edelrestaurant in der Spitze des Kunstwerks fahren. Eine Etage darunter, in etwa 150 Metern Höhe, befinden sich die Privatgemächer des künftigen Eigentümers. Der kann den gesamten Turm ferngesteuert animieren. Eine gigantische Lichtorgel und eine Feuerwerksbatterie sind dafür vorgesehen. Ähnlich wie Jean Michel Jarre soll der Immobilieninhaber zum Multimediakünstler werden.

Die Frage, wer das notwendige Kleingeld für so etwas hat, hat auch Frank Jülich sich schon gestellt. "Ein Scheich in Abu Dhabi betreibt seit Jahren den automobilen Wahnsinn, der ist genau der richtige Mann für meinen Turm", sagt er. Um bei Hamad Bin Hamdan Al Nahyan persönlich für seine Idee werben zu können, nimmt "Mr. Mondän" jetzt Englischunterricht. "Wer den Scheich begeistert, hat gewonnen." Da ist der Holzbüttgener sicher. Für die Begeisterung soll ein animierter Videofilm sorgen, den David Verschild erstellt. Der arbeitete unter anderem schon fürs Fernsehen und kennt das Zielgebiet ganz genau.

Investiert haben die Mitglieder des "Mondän- Teams" auf jeden Fall unzählige Stunden und ziemlich viel Geld (rund 70 000 Euro). Mit einem echten Feuerwehrauto aus Dubai machen sie jetzt Werbung für Frank Jülichs Lebenstraum. Gesucht werden Sponsoren, die einen Sponsoren-Werbe-Platz auf dem ehemaligen Einsatzfahrzeug bekommen sollen. Sollte der Turm gebaut werden, sagt Frank Jülich, lade er 100 Kinder nach Abu Dhabi zur Eröffnung ein. Flug, Reiseprogramm und Betreuung inklusive.

(NGZ)