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Kaarst: Mord an Daniel D.: Polizei weitet Fahndung aus

Kaarst : Mord an Daniel D.: Polizei weitet Fahndung aus

Im Fall des in Büttgen getöteten Daniel D. gehen die Ermittlungen weiter. Anfang des Jahres soll erneut die Öffentlichkeit um Hilfe gebeten werden.

Das brutale Verbrechen an Versicherungskaufmann Daniel D. an der K 31 bei Büttgen bleibt rätselhaft, auch drei Wochen nach der Tat. Am 11. Dezember, um 22.16 Uhr, hatte eine Autofahrerin der Polizei einen vermeintlichen Verkehrsunfall gemeldet. Rettungskräfte fanden den 35 Jahre alten Dormagener tot neben seinem Auto liegend. Seit der ersten Pressekonferenz am Folgetag hüllt sich die Mordkommission "Mühle" in Schweigen — um der Öffentlichkeit keine Informationen preiszugeben, die im Zweifel nur der Täter haben kann. Dabei ist die Anteilnahme so groß wie der Raum für Spekulationen. Auch deshalb wird der Fall im Internet heiß diskutiert. Mehr als 5000 Einträge hat der "Mysteriöse (Mord)-Fall auf einsamer Landstraße" bereits in einem Forum, in dem ungelöste Kriminalfälle behandelt werden. Die NGZ hat den Stand der Dinge zusammengefasst.

Was wir wissen Daniel D. wurde erschlagen, mit einem stumpfen Gegenstand — so brutal, dass die Polizei im ersten Moment von einem Kopfschuss ausging. Weitere Ergebnisse der Obduktion sind bisher öffentlich nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft ist sich aber sicher, dass der Auffindeort auch der Tatort ist. Beraubt wurde das Opfer offenbar nicht. Dicke, der in Köln arbeitete, lebte mit seiner Partnerin in einem Neubaugebiet in Dormagen-Delhoven. Von Nachbarn wird er als sehr freundlicher Mann beschrieben, der gerne in der Umgebung joggen ging. Seine Eltern wohnen in Kleinenbroich. Dort wurde der 35-Jährige am Samstag vor Weihnachten beerdigt.

Was wir wissen möchten Was wollte Daniel D. am Tattag am Tatort und warum hat er sein Auto verlassen? War der Halt ein geplanter Stopp? Das schwarze Audi A 5 Coupé wurde an der K 37, nahe der Braunsmühle, gleich hinter der Einmündung zur Landstraße nach Neuss (L 381), geparkt. Als die Polizei eintraf, war der Wagen verschlossen, das Licht ausgeschaltet, die Außenspiegel (automatisch) eingeklappt. Im Internet wird spekuliert, ob D. — circa 1,95 Meter groß und sportlich — ein Zufallsopfer wurde. Ein Autofahrer, heißt es, könne ihn zum Halten gezwungen und im Streit erschlagen haben. Aber womit? Die Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden. Unklar ist auch, wie der oder die Täter flüchteten. Per Auto, zu Fuß über die Felder oder entlang der Bahnlinie? Fakt ist: Ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera wurde in der Tatnacht nicht eingesetzt.

Wie es weitergeht Außenstehenden stellt sich mittlerweile die Frage: Wird das Rätsel überhaupt jemals gelöst? Staatsanwalt Christoph Kumpa ist zuversichtlich. "Es ist der absolute Ausnahmefall, dass ein Tötungsdelikt nicht geklärt wird", sagt er. "Wir sind noch ganz am Anfang der Ermittlungen. Anfang des Jahres wird es seitens der Polizei und Staatsanwaltschaft weitere öffentliche Maßnahmen geben."

(NGZ)