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Kaarst: Monsignore Josef Brans gibt Amt auf

Kaarst : Monsignore Josef Brans gibt Amt auf

Weil er an einer Nierenerkrankung leidet, hat der leitende Pfarrer des katholischen Seelsorgebereichs "Kaarst/Büttgen" Erzbischof Kardinal Meisner gebeten, ihn aus gesundheitlichen Gründen von seinen Aufgaben zu entpflichten. Der Abschied fällt dem 61-Jährigen schwer.

Er hört klassische Musik, mag die Ferien-Insel Fuerteventura, fotografiert gern und interessiert sich für Briefmarken. "Bei der Beschäftigung mit Briefmarken kommt der Ursprung des Menschen als Jäger und Sammler hervor", sagt Monsignore Josef Brans (61) und lacht. Bald wird der leitende Pfarrer des katholischen Seelsorgebereichs "Kaarst/Büttgen" mehr Zeit für seine Hobbys haben, wenn auch unfreiwillig. Brans leidet unter einer Nierenerkrankung und hat Erzbischof Kardinal Meisner schweren Herzens und auf ärztlichen Rat gebeten, ihn aus gesundheitlichen Gründen von seinen Aufgaben zu entpflichten.

"Den bisherigen Belastungen werde ich nicht mehr gewachsen sein", schrieb der beliebte Priester in einem Brief an die Gemeindemitglieder in Kaarst, Büttgen, Holzbüttgen und Vorst. Vor den Sommerferien, am 17. Juli, stehen Abschiedsgottesdienst und Empfang auf dem Kalender, am 31. August endet die Amtszeit offiziell. Josef Brans fällt der Abschied alles andere als leicht: Seit 30 Jahren lebt er im Schatten der Vorster Kirche St. Antonius.

"Meine emotionale Ebene will ewig so weiter machen, aber die rationale Ebene sagt mir, dass dies meine Kräfte nicht zulassen", sinniert der Seelsorger, der fast 20 Jahre als Dechant im ehemaligen Dekanat Neuss-Nord wirkte und als einer der ersten Priester im Erzbistum Köln mit Vorst und Holzbüttgen zwei Gemeinden hatte. Dabei blickt er mit großer Dankbarkeit zurück: "Ich habe viele frohe Stunden mit den Gemeinden erlebt, durfte aber auch Begleiter zahlreicher Familien in tragischen Momenten sein." Was Brans sehr freut, ist die große Zahl von ehrenamtlichen Mitarbeitern. "Wenn alles, was wir leisten, nur von den Hauptamtlichen erwartet würde, könnte das nicht gelingen", ist er überzeugt.

Auch das zuerst schleppend angelaufene Zusammenwachsen der Katholiken im Kaarster Stadtgebiet sieht Brans inzwischen auf einem guten Weg: "Die Menschen spüren, dass die Gemeinde auch dann weiterlebt, wenn der Pastor nicht mehr im Pfarrhaus vor Ort wohnt. Und so haben wir inzwischen einen gemeinsamen Pfarrbrief, eine abgestimmte Erstkommunion-Vorbereitung, und durch den gemeinsamen Pfarrgemeinderat wächst alles aufeinander zu."

Aufgaben satt gab es und gibt es genug. So wollte Brans "nie ein Bau-Pastor werden". Doch es kam anders: Pfarrzentren wurden in seiner Amtszeit saniert, Kirchen renoviert, Orgeln angeschafft, Kindergärten umgebaut. Heute sagt er: "Ich bin froh, dass ich das alles begleiten durfte. Aber irgendwann muss man sagen: Et ess juut!"

(NGZ)