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Kaarst: MIT will wieder wachsen

Kaarst : MIT will wieder wachsen

Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU in Kaarst stellt nach wie vor den größten Stadtverband bundesweit. Dennoch sinkt auch dort Mitgliederzahl. Dem Minus-Trend will der Vorstand aktiv entgegen treten.

Die stärkste im Rhein-Kreis, im Land und sogar bundesweit: Wenn es um Superlativen geht, ist die MIT Kaarst — die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU — eine echte Erfolgsmannschaft, seit Jahren schon. Kein anderer Stadtverband ist so schnell so stark gewachsen wie der der 42 000-Einwohner-Stadt: von ursprünglich 23 auf 233 Mitglieder in der Spitze.

Und trotzdem: Auch die MIT leidet unter Mitgliederschwund. Aktuell liegt die Mitgliederzahl in Kaarst bei knapp über 200. "Wir haben im Laufe des vergangenen Jahres circa acht bis neun Prozent Austritte gehabt", sagt Markus Steins. Der 49-jährige Diplom-Betriebswirt ist seit Juli 2010 Vorsitzender der Kaarster Mittelstandsvereinigung. Das Amt hat er von Heijo Drießen übernommen.

Drießen, 65 Jahre alt, selbstständiger Wirtschafts- und Vermögensberater, Ehrenvorsitzender der MIT in Kaarst und im Rhein-Kreis, Schatzmeister der MIT NRW und Mitglied im Bundesvorstand, hat den Kaarster Stadtverband aufgebaut. Sein Motto: Ansprechen, informieren, nachhaken — wer darauf wartet, dass die Leute von sich aus kommen, kann lange warten. An dieser Erkenntnis will sich die MIT jetzt wieder verstärkt orientieren. Sprich: Die Mitgliederwerbung soll künftig kein Kann, sondern ein Muss für alle Stadt-, Kreis-, Bezirks- und Landesverbände sein. "Wir haben im Landesvorstand gerade ein entsprechendes Konzept vorgestellt", sagt Drießen.

Der Minus-Trend in Bezug auf Mitgliederzahlen ist jedenfalls ein bundesweiter. Gründe dafür gibt es viele: Todesfall, Umzug, Unternehmensaufgabe, Politikverdrossenheit. "Wir bekommen oft zu hören: ,Wenn die CDU das nicht schafft, dann schafft Ihr das auch nicht'", sagt Steins. "Dazu muss man wissen: Sicher sind wir eine Institution der CDU, aber eine eigenständige. Das heißt, nicht jede Position, die die CDU für die Unternehmer vertritt, vertreten wir auch, weil wir sagen: ,Das ist nicht das, was der Mittelstand braucht'."

Dass es durchaus auch schwierig war, einen so erfolgreichen Ortsverband zu übernehmen, gibt der neue Kaarster Vorsitzende zu. "Da muss man sich erst rein denken", sagt Steins. "In Zukunft werden wir noch mehr unternehmen, um klar zu machen, dass wir ein real existierendes und gut funktionierendes junges soziales Netzwerk sind — mit guten Kontakten in die Verwaltung und die Politik. Unternehmer müssen wissen: ,Wenn was ist, kommt auf uns zu, ruft uns an'."

Denn: Gerade, wenn es um die Zusammenarbeit mit der Stadt gehe, gebe es oft Kommunikationsprobleme. "Die MIT", sagt Steins, "kann sicher nicht alle Probleme lösen. Aber sie kann eine vermittelnde Position einnehmen. Mein Ziel ist es auf jeden Fall, im nächsten Jahr wieder an die 220 ran zu kommen."

(NGZ/rl)