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Kaarst: Mit der Eisenbahn bis nach China

Kaarst : Mit der Eisenbahn bis nach China

Adolf und Ulla von Chrzanowski aus Holzbüttgen durchquerten mit der Transsibirischen Eisenbahn in zwölf Tagen zwei Kontinente – eine private Expeditionsreise zu unzähligen Kulturen.

Adolf und Ulla von Chrzanowski aus Holzbüttgen durchquerten mit der Transsibirischen Eisenbahn in zwölf Tagen zwei Kontinente — eine private Expeditionsreise zu unzähligen Kulturen.

Wenn sich die ersten Bilder des rund 80-minütigen Films einblenden, ist das Rumpeln einer Eisenbahn bei voller Fahrt zu hören. Dieses Geräusch begleitete Adolf und Ulla von Chrzanowski über 8000 Kilometer. Mit der Transsibirischen Eisenbahn durchquerten sie in zwölf Tagen zwei Kontinente und erlebten unzählige Kulturen.

Seine Fotos und Videos hat Adolf von Chrzanowski zu einer Dokumentation zusammengeschnitten. Musik und Erklärungen begleiten den Zuschauer durch eine Reise von Moskau nach Peking. Das Ehepaar hat schon viel von der Welt gesehen. Es bereiste Nord- und Südamerika, Südafrika und war mit dem Schiff nur 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt.

Für einen Urlaub waren die beiden nun auf der längsten Bahnstrecke der Welt unterwegs. "Asien fehlte noch in unserem Erfahrungsschatz. Es war eine exotische Tour und wir haben viele verschiedene Menschen kennengelernt", sagt Ulla von Chrzanowski. Ihren Ehemann reizte vor allem die Mystik Sibiriens. "Man kennt zwar die Länder, aber eigentlich weiß man nichts darüber", sagt der 75-Jährige.

Die ersten beeindruckenden Momente erlebte das Ehepaar bereits in Moskau. Die feudale Architektur der U-Bahn-Stationen der Metro erweckte bei ihnen den Eindruck, sie hielten sich in der Oper auf. Anders als erwartet stellte sich der Ural dar. "Das Gebirge ist gar nicht so hoch, sondern gleicht eher einem deutschen Mittelgebirge", erzählt Adolf von Chrzanowski. In Jekaterinburg stand das Paar auf der Grenze zwischen Europa und Asien. Die weitere Fahrt führte sie nach Nowosibirsk, zur Zeiten der Sowjetunion eine "geschlossene Stadt", die wegen ihrer Rüstungsindustrie selbst von Russen nicht so einfach besucht werden konnte.

Nach tausenden Kilometern durch die waldreiche Taiga erreichte der Zug den Baikalsee. "Ein Kristall eingebettet in die Landschaft", so Adolf von Chrzanowski. Rund 1000 Pflanzen- und ebenso viele Tierarten wie die Baikalrobbe kommen nur dort vor. Mit 1600 Metern ist er zudem der tiefste See der Welt. Ein Picknick beim Sonnenuntergang rundete diesen Urlaubstag ab.

Im russischen Ulan-Ude merkte das Paar, dass die benachbarte Mongolei nicht mehr weit ist. Während die Hauptstadt Ulan-Bator noch sehr europäisch wirkt, lebt die Landbevölkerung in ihren Rundzelten (Jurten) weiterhin wie spartanische Nomaden. Chinas 20-Millionen-Hauptstadt Peking bietet dagegen den absoluten Kontrast dazu.

Für die 180 Teilnehmer chartert der Veranstalter einen Touristenzug, der hauptsächlich nachts fährt. Für das rüstige Ehepaar waren die vielen Stunden im Waggon kein Problem. "Man gewöhnt sich an das Rumpeln, und wenn man sich auf etwas freut und aktiv daran teilnimmt, dann ist so eine Reise auch nicht anstrengend", sagt Adolf von Chrzanowski.

(stef)