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Kaarst: Minigolfverein muss Feuerwache weichen

Kaarst : Minigolfverein muss Feuerwache weichen

Zwei Standorte waren zuletzt für den Bau eines neuen Gerätehauses im Gespräch. Die Bezirksregierung präferiert die "Driescher Straße".

Bei den Sportlern des HMC Büttgen wird diese Nachricht für wenig Begeisterung sorgen: Aller Voraussicht nach müssen die Minigolfer demnächst nämlich umziehen. Die Freiwillige Feuerwehr bekommt ein neues Gerätehaus an der Driescher Straße. Weil der Platz auf dem Grundstück der Feuerwehr in Büttgen begrenzt ist, suchen Stadt und Politik nach einem geeigneten Ersatzstandort.

Fünf mögliche wurden im Januar vorgestellt — am Risges Kirchweg, an der Driescher Straße/L 154, außerhalb des Ortes an der K 34 sowie nördlich und südlich der K 34 am Ortsrand von Driesch. Am Ende kamen die Areale neben dem Schwimmbad (Driescher Straße) und in Höhe des Lammertzhofes (Außenbereich) in die engere Wahl. Anfang Oktober beauftragte der Hauptausschuss die Verwaltung, bei der Bezirksregierung (BR) anzufragen, ob neben dem von den Grünen favorisierten Standort "Driescher Straße" auch eine Bebauung an der K 34 möglich ist.

Mit letzterem, hieß es, sei schließlich eine "auffällige Außen- und Werbewirkung" des Feuerwehrdienstgebäudes verbunden. Die freie Sicht darauf, so die Hoffnung, werde "Interesse wecken und so die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr, insbesondere bei der Gewinnung von ehrenamtlichen Nachwuchskräften, unterstützen". Jetzt hat die BR mitgeteilt, dass sie dennoch den "Standort 2" (Driescher Straße) für am geeignetsten hält — aus raumordnerischen Gründen, weil "Standort 3" im landwirtschaftlich genutzten Außenbereich liegt.

Zur Erklärung: Im aktuell gültigen Regionalplan Düsseldorf ist das Grundstück an der K 34 als "allgemeiner Freiraum und Agrarbereich" dargestellt. Regionalpläne werden in der Regel für circa 15 Jahren aufgestellt und enthalten planerische Vorgaben, die von den Kommunen bei ihren konkreten Bauleitplanungen berücksichtigt werden müssen. So können neue Wohn- und Gewerbegebiete zum Beispiel nur dort realisiert werden, wo im Regionalplan ein "Allgemeiner Siedlungsbereich" festgelegt ist. "Standort 3" widerspricht diesem Ziel, "Standort 2" hingegen liegt innerhalb des Siedlungsbereichs.

Hinzu kommt: Auch aus feuerwehrtechnischer Sicht scheint das Gelände der Minigolfer am sinnvollsten gelegen zu sein. So sehen das neben der Bezirksregierung und der Feuerwehr jedenfalls auch die Kaarster Grünen. Die anrückenden Feuerwehrleute könnten überwiegend ohne Kollisionsgefahr mit ausrückenden Einsatzfahrzeugen den Standort erreichen, heißt es in einem bereits im Oktober gestellten Antrag zum Hauptausschuss, der am Donnerstag (29. November, 18 Uhr, Bürgerhaus) erneut beraten werden soll.

Und weiter: Eine Zufahrt zum örtlichen und überörtlichen Straßennetz, insbesondere zur L 154, sei problemlos möglich, die Fläche biete mit 8000 Quadratmetern auch genügend Entwicklungspotential für den Löschzug Büttgen.

Bleibt die Frage: Was wird aus den Sportlern des HMC Büttgen? Die Stadt, sagen die Grünen, müsse sich jetzt mit dem Verein zusammensetzt und diesem ein Ersatzgrundstück anbietet. Ein Vorschlag von Fraktionschef Christian Gaumitz: "Am Risges Kirchweg wäre auf städtischem Grund Platz für den geplanten Bolzplatz und eine Minigolfanlage."

(NGZ/rl)