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Kaarst: Mehrheit gegen Seniorenbeirat

Kaarst : Mehrheit gegen Seniorenbeirat

Über die Frage, ob Kaarst einen Beirat braucht, wird seit Jahren diskutiert. Nach einem Antrag der FDP steht das Thema wieder auf der Tagesordnung. CDU und SPD favorisieren einen Seniorensprecher beziehungsweise -beauftragten.

Braucht Kaarst einen Seniorenbeirat? Über diese Frage wird seit Jahren diskutiert. Bislang wurde sie von der Politik immer mit "Nein" beantwortet. Kaarst hat einen Sport-, Senioren-, Demografie- und Sozialausschuss (SSDSA) und einen Senioren-Arbeitskreis. Im November vergangenen Jahres hatte die FDP-Fraktion das Thema "Beirat" mit einem Antrag auf Einrichtung wieder auf den Tisch gebracht. Jetzt steht es wieder auf der Tagesordnung des SSDSA.

Zurzeit deutet wenig darauf hin, dass sich die Liberalen mit ihrem Vorschlag durchsetzen können. Jörg Löhler begründet den Antrag seiner Fraktion so: "Wir wollen mit unserem Antrag der zunehmenden Bedeutung älterer Menschen als Gesellschaftsgruppe des kommunalen Gemeinwesens Rechnung tragen und ihnen im Rahmen der Einbindung in die politischen Entscheidungsprozesse eine aktive Teilnahme am politischen Leben eröffnen." Für ihn ist die Umsetzung des Antrags erst ab 2014 möglich.

Fachleute im Arbeitskreis

Dorothea Zillmer signalisierte auf Anfrage der NGZ, dass die CDU gegen einen Seniorenbeirat votieren werde. "Wir sind für einen Sprecher der Kaarster Senioren. Der Einsatz dieser Person sollte vom Arbeitskreis Senioren empfohlen und vom Rat genehmigt werden." Zillmer sieht auch deshalb keinen Bedarf für einen Seniorenbeirat, "weil dem Arbeitskreis Senioren sehr viele Fachleute angehören".

Der von der CDU favorisierte Seniorensprecher müsse im Stadtrecht fest verankert werden. Außerdem müssten der Sprecher und seine beiden Stellvertreter beratende Mitglieder im Sozialausschuss sein und Sprechstunden für Senioren abhalten. Keinen Seniorenbeirat, sondern einen Seniorenbeauftragten, also etwas Ähnliches wie ein Seniorensprecher, wünscht sich die SPD-Fraktion. Diese Person solle zunächst ehrenamtlich aktiv werden. Elke Beyer (SPD) lobt ebenso wie die CDU die Arbeit des Arbeitskreises Senioren, sie weist aber auf Folgendes hin: "Der Seniorenbeauftragte hat eine andere Aufgabe: Er übernimmt eine beratende, vermittelnde Tätigkeit." Die SPD wünscht sich einen Seniorenbeauftragten mit festen Sprechstunden. Es gelte, zunächst Erfahrungen zu sammeln um dann zu entscheiden, ob diese Arbeit dauerhaft von einem Ehrenamtler zu leisten ist.

Manfred Stranz, Geschäftsführer der Senioren-Initiative Kaarst, ist es ziemlich egal, ob Seniorenbeauftragter oder -beirat kommt: "Unsere Arbeit geht weit über das hinaus, was die Politik in Bezug auf den Seniorenbeirat zulassen würde." Für Theo Thissen, Vorsitzender der Senioren Union, ist ausschlaggebend, was für die Senioren dabei herumkommt. Mit dem von seiner Partei vorgeschlagenen Seniorensprecher wäre er zufrieden. Der Arbeitskreis Senioren funktioniere, der Senioren-Wegweiser sei sehr informativ. Umsetzbar sei ohnehin nur, was auch finanziell machbar ist.

Sozialdezernent und Erster Beigeordneter Heinz Dieter Vogt geht derweil davon aus, dass ein Seniorenbeirat und der Arbeitskreis Seniorenpolitik in Kaarst nicht nebeneinander existieren könnten. "Der Arbeitskreis Seniorenpolitik und ein Seniorenbeauftragter ist jedoch eine sinnvolle Kombination", sagt Vogt.

(NGZ)