Kaarst: Martinus-Schule soll erhalten bleiben

Kaarst: Martinus-Schule soll erhalten bleiben

Die Förderschule soll weiterhin fortbestehen. Das hat jetzt der Schulausschuss des Kreises beschlossen.

Der Schulausschuss des Rhein-Kreis Neuss hat in seiner vergangenen Sitzung geschlossen dafür gestimmt, dass es die Martinus-Schule in Kaarst auch weiterhin geben soll. Einstimmig wurde der Antrag auf Fortführung beschlossen, der von der Bezirksregierung verlangt wurde. "Ich bin ganz positiver Dinge, der Antrag sieht mehr nach einer Formalität aus", sagte Rainer Schmitz, Vorsitzender des Schulausschusses.

Der Rhein-Kreis ist für die Kaarster Martinus-Schule zuständig, da er die Trägerschaft zum Schuljahr 2013/14 vom Schulverband Kaarst-Korschenbroich übernommen hatte. Das geschah, weil die Schülerzahlen der Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen im Rhein-Kreis Neuss mit der Umsetzung der Inklusion im schulischen Bereich zurückgegangen waren. Einige der Förderschulen unterschritten die vom Land NRW festgelegte Mindestgröße von 144 Schülern, so dass der Schulbetrieb nur mit Ausnahmegenehmigungen aufrecht erhalten werden konnte.

Mittelfristig waren Maßnahmen wie Schulschließungen und die Konzentration des Förderschulangebotes auf weniger Standorte erforderlich. So wurde die Raphaelschule in Meerbusch geschlossen. Die Schüler dieser Förderschule mit dem Schwerpunkt "Lernen" erhielten die Möglichkeit, die Martinus-Schule in Kaarst zu besuchen. Diese wurde mit dem Schulträgerwechsel noch um den Schwerpunkt "emotionale und soziale Entwicklung" erweitert.

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In den Folgejahren stieg die Schülerzahl der Martinus-Schule deutlich an (von 88 im Schuljahr 2012/2013 auf 142 im Schuljahr 2016/2017). Im Schuljahr 2017/2018 waren am Stichtag 15. Oktober 2017 137 Schüler an der Martinus-Schule angemeldet. Trotzdem wurde die festgesetzte Mindestgröße nicht erreicht. Daraufhin hat die Bezirksregierung Düsseldorf den Rhein-Kreis Neuss gebeten, ein Konzept für die Fortführung der Martinus-Schule vorzulegen. Der Schulausschuss hat daraufhin klar gemacht, dass er sein Förderschulangebot aufrecht erhalten will. "Uns ist es wichtig, dass Eltern - stellvertretend für ihre Kinder natürlich - eine echte Wahlmöglichkeit haben", sagt Schmitz. Gerade in Bezug auf den Schwerpunkt "emotionale und soziale Entwicklung", um den die Martinus-Schule erweitert wurde, gebe es einen großen Bedarf.

Auch die neue Landesregierung hatte bereits deutlich gemacht, die Wahlmöglichkeiten zwischen inklusiver und Förderschule erhalten zu wollen. So hat das Ministerium für Schule und Bildung im vergangenen Jahr eine Verordnung zur Änderung der Mindestgrößenverordnung erlassen, die der Rhein-Kreis ohnehin für rechtswidrig hält. Durch diese Verordnung können auch zukünftig Förderschulen bestehen, selbst wenn die Mindestzahl an Schülern nicht erreicht ist.

Mit Bezug darauf, hat die Bezirksregierung den Rhein-Kreis darauf hingewiesen, die Fortführung förmlich zu beschließen. Der Schulausschuss empfiehlt dem Kreistag also, die Martinus-Schule weiterhin fortzuführen. "Ich freue mich wirklich sehr über die positive Entwicklung in diesem wichtigen Bereich", sagt Schmitz abschließend.

(NGZ)