Kaarst: Lukaskirche vorläufig geschlossen

Kaarst : Lukaskirche vorläufig geschlossen

Holzbüttgen In der Lukaskirche wird zurzeit kein Gottesdienst mehr gefeiert. Und auch das Konzert von Kantor Wolfgang Weber, das am kommenden Samstag in der Kirche gegeben werden sollte, muss leider ausfallen - genau so, wie das Gemeindefest.

Der Grund: Das Dach der Kirche könnte einsturzgefährdet sein. Diese Meinung äußerte Gerhard Kussler, der vor 40 Jahren die Kirche baute. "Nachdem in Süddeutschland einige Hallen mit Flachdächern eingebrochen waren, schrieb uns der Architekt unserer Lukaskirche, Gerhard Kussler, im Februar einen Brief", sagte Mittwoch Baukirchmeister Horst Lindemann.

Er riet, die vier Auflagepunkte des Daches untersuchen zu lassen. Die evangelische Kirchengemeinde Holzbüttgen folgte diesem Rat. Die Folge: Seit drei Wochen werden in der Kirche Holzverkleidungen abmontiert und die Statik des Daches untersucht.

Und ebenfalls seit drei Wochen wird der Gottesdienst nicht mehr in der Kirche, sondern im Gemeindesaal gefeiert. Altar und Taufbecken sind aus der Kirche entfernt und im Gemeindesaal wieder aufgebaut worden.

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Für Baukirchmeister Lindemann ist es unwahrscheinlich, dass mit dem Dach der Kirche tatsächlich etwas nicht in Ordnung ist: "Wir haben an allen vier Dachstützen die Verkleidung entfernt, konnten aber keinerlei Mängel feststellen."

Auch einen Wasserschaden durch eindringenden Regen habe es nicht gegeben - "denn dann hätte das Holz faul gewesen sein müssen", so Lindemann. Die vier Stellen sollen wieder geschlossen werden. Mittwoch war die Bauabteilung des Gemeindeamtes Neuss in der Kirche, um sich die Balken anzuschauen.

"Eventuell wird das Landeskirchenamt noch einen Spezialisten für Leimbinder schicken", kündigt Lindemann an. Das dauert allerdings mindestens bis zum 14. August - denn so lange ist der Mitarbeiter im Urlaub. Leimbinder werden die aus zwei Holzteilen zusammengeleimten Streben genannt, die das Dach der Kirche halten.

Doch Lindemann ist zuversichtlich, dass auch an anderen Stellen des Daches nichts gefunden wird: "Feuchtigkeitsschäden im oberen Teil des Daches sind unwahrscheinlich. Denn eventuelles Wasser wäre ja nach unten geflossen und dann an den vier Auflagepunkten des Daches angekommen - aber da war ja nichts gefunden worden."

Weiterer Nachteil durch die Überprüfung des Daches: Eigentlich sollte die Orgel für 10 000 Euro grundgereinigt werden. "Der Termin hätte gut in die Sommerferien gepasst", meint Agda von Walter, stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums.

Nun musste er erst einmal verschoben werden. Kantor Wolfgang Weber erläutert: "Es müssen sämtliche Pfeifen der Orgel ausgebaut werden - rund 1 000 Stück. Für die gesamten Arbeiten müssen ungefähr drei Wochen angesetzt werden." Denn nach der Reinigung muss die Orgel neu intoniert werden.

(NGZ)
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