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Kaarst: Lotus - ein Fahrspaß für Vater und Sohn

Kaarst : Lotus - ein Fahrspaß für Vater und Sohn

Die Servolenkung des Lotus Elan quietscht ein wenig beim Einparken. "Das ist einfach so", sagt Albert Kanthak. Ja, die Marke hat so manche kleine Macken. Dellen schon am Neuwagen, falsche Spaltmaße und mit bis zu 70 000 D-Mark dafür viel zu teuer zu seiner Zeit. Aber das macht auch den Mythos um den britischen Sportwagen aus.

Dem Fahrspaß setzt all das allerdings keine Grenzen. "Ich möchte nichts Extravagantes. Ich brauche ein Lenkrad, eine Schaltung und will einfach nur fahren", sagt Stefan Kanthak. Die letzten Tage bevor er sein Cabrio wieder aus dem Winterschlaf holte, konnte er vor Aufregung kaum schlafen. Wenn das Wetter passt (das Verdeck des Lotus ist natürlich undicht), fährt er den silbernen Flitzer jeden Tag aus.

Mit der Leidenschaft für die Marke Lotus hat der 23-Jährige seinen Vater im vergangenen Jahr bei einer gemeinsamen Tour durchs Bergische Land angesteckt. "Der Lotus ist ein Kurvenjäger", sagt Albert Kanthak. Der Autobauer legt vor allem Wert auf die Straßenlage und das Fahrverhalten, viele Entwicklungen stammen aus dem Rennsport. Die meisten Bauteile sind aus Kunststoff. Dadurch ist der Wagen leichter und spritziger als andere Boliden. Außerdem tragen sie auf der Innenseite häufig die Namen oder Initialen ihrer Verarbeiter, denn jeder Lotus wird handgefertigt. Darum sind seine Stückzahlen auch sehr gering. Vom Lotus Elan gibt es weltweit nur 3855 Stück mit Links- oder Rechtslenkung.

Er ist auch das einzige Modell der Marke mit Frontantrieb. Der Lotus Excel von Albert Kanthak wurde in 18 Jahren nur 6213-mal gebaut. Der Heckflügel seines grünen Sportwagens gefiel dem 52-Jährigen anfangs überhaupt nicht. Nach einer gemeinsamen Nacht mit seinem Auto in der Garage fand er schließlich doch Gefallen an ihm. Sein Eigen stammt aus der Baureihe von 1986, nur eine Handvoll davon ist in Deutschland zugelassen. Dennoch sind für den Lotus alle Ersatzteile schnell verfügbar.

In der heimischen Garage schrauben Vater und Sohn an ihren Fahrzeugen. Technisch versiert sind sie beide: Stefan Kanthak ist gelernter Industriemechaniker, Albert Kanthak besitzt den Meisterbrief als Kfz-Techniker. Am Lotus Excel mussten sie zweimal den Motor ausbauen, um unter anderem einen Kupplungsschaden zu beheben. Am Elan mussten waren Arbeiten am Keil- und Zahnriemen sowie an den Scheinwerfern nötig, ehe es mit dem auffälligen Flitzer auf die Straße ging.

Seit einem Jahr ist der Lotus das große gemeinsame Hobby von Vater und Sohn. Und wenn sich der Wunsch der beiden erfüllt, stehen irgendwann zwei Lotus Esprit in der Garage. Der wurde vor allem durch seine Rolle als Auto von James Bond in "Der Spion, der mich liebte" (1977) und "In geheimer Mission" (1981) bekannt. Richard Gere fuhr 1990 einen Esprit in "Pretty Woman".

(stef)