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Kaarst: Legionellen im Kindergarten

Kaarst : Legionellen im Kindergarten

In der städtischen Kindertagesstätte in Vorst herrscht Duschverbot: In einer Dusche wurden Legionellen entdeckt. Die Trinkwasseranlage wird jetzt chemisch gereinigt und vollständig untersucht.

Bei einer Routineuntersuchung der Trinkwasseranlage in der städtischen Kindertagesstätte an der Thüringenstraße wurde an einer Dusche eine Überschreitung des technischen Maßnahmewerts für Legionellen festgestellt. Die Bakterien können für den Menschen lebensgefährlich sein, wenn er sie einatmet. Die Einrichtung wurde gestern umgehend geschlossen und bleibt auch heute zu. Das Gesundheitsamt ist informiert.

Die Untersuchung findet in Kindergärten und Schulen einmal im Jahr statt, im Schwimmbad vierteljährlich. "Dabei werden zwei Stichproben genommen. An einer Dusche wurden die Legionellen entdeckt, an einer anderen nicht", erklärt Stadtsprecherin Sigrid Hecker. In Vorst wurde die erste Probe am 22. Dezember entnommen.

Ursache für die Entstehung von Legionellen kann ein bestehender Verbrühungsschutz in der Kinderdusche sein, der eine Systemtemperatur über 60 Grad Celsius verhindert (darüber sterben die Bakterien ab), oder eine längere Nichtbenutzung einer oder mehrerer Entnahmestellen. Gerade in der Dusche ist das Infektionsrisiko groß, wenn kleinste kontaminierte Wassertröpfchen (Aerosole) über den Wasserdampf eingeatmet werden.

Heute wird die Trinkwasseranlage von der beauftragten Firma, die auch die Untersuchung durchführt, chemisch gereinigt. Nach der Desinfektion muss fünf Tage gewartet werden, ehe das Unternehmen dann an allen sanitären Anlagen Proben entnimmt. Die Auswertung dauert dann noch einmal etwa eine Woche.

Währenddessen muss die Kindertagesstätte aber nicht geschlossen bleiben, es besteht nur ein Duschverbot. "Die Kinder können sich weiterhin gefahrlos die Hände waschen und Zähneputzen, weil dabei die Wassertemperatur nicht so hoch wird, dass Dampf entsteht", sagt Sigrid Hecker. In der Zwischenzeit wird eine Gefährdungsanalyse und eine Überprüfung der Trinkwasseranlage auf Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik durchgeführt. Das Gesundheitsamt prüft anschließend nach Vorlage der Dokumentation, ob gegebenenfalls weitere und welche Maßnahmen zu ergreifen sind. "Die Duschen werden erst wieder freigegeben, wenn alles zweifelsfrei wieder in Ordnung ist", so Hecker.

In Rücksprache mit allen betroffenen Eltern konnten aufgrund der Ferien Betreuungsengpässe vermieden werden. Vielmehr zeigten sich die Eltern kooperativ, halfen sich bei der Betreuung aus. Lediglich für zwei Kinder wurde eine vorübergehende Unterbringung im kooperierenden Kindergarten St. Antonius in Vorst organisiert.

(NGZ)