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Kaarst: Leck im Brunnen ist eine Gefahr fürs Rathaus

Kaarst : Leck im Brunnen ist eine Gefahr fürs Rathaus

Der Förderverein sucht noch nach der Ursache. Um die umliegenden Gebäude vor Unterspülung zu schützen, wurde das Wasser abgestellt.

Auch wenn er sich bemüht — das kleine bisschen persönliche Genugtuung in seiner Stimme kann Manfred Meuter, Beigeordneter und Chef des städtischen Baudezernats mit Amtssitz im Technischen Rathaus, kaum verbergen, als er über die erneuten Probleme mit der Brunnenlandschaft vor dem Büttgener Verwaltungsgebäude spricht. Schließlich war er es, der in der politischen Diskussion um eine Sanierung des heruntergekommenen Wasser-Kunstwerks mehrmals darauf hinwies, dass die technischen Probleme nur unter großem Aufwand zu beheben und als solche weitaus gravierender als die optischen seien. "Bei der nun stattgefundenen Sanierung war die Technik aber kein Thema", sagt Meuter. "Jetzt sieht man, dass die Verwaltung manchmal doch recht hat."

In der Tat liegt der erst vor wenigen Wochen — Anfang Juni — mit einem großen Fest samt "Räuber"-Konzert wieder in Betrieb genommene Brunnen derzeit still. Das Wasser wurde aus Sicherheitsgründen abgestellt. Seit fast zwei Wochen sprudeln weder der von Kalk und Dreck befreite Hauptspeier noch die kleinen Figurenköpfe. "Wir haben von oben gesehen, dass die Fugen rund um den Brunnen feucht sind", sagt Meuter. Außerdem verzeichnete der städtische Wasserzähler einen erheblichen Wasserverlust. 56 Kubikmeter sollen auf bislang unbekannte Art und Weise versickert sein. "Da wir ja nur zu gut wissen, welche Schäden Wasser verursachen kann, haben wir, um die angrenzenden Gebäude, allen voran das Rathaus und die Kirche, vor Unterspülung zu schützen, den Brunnen wieder trockengelegt."

Die Verantwortung für das Funktionieren des Brunnens hat der im vergangenen Jahr gegründete "Förderverein Büttgener Brunnenlandschaft". Damit die Pflege nie wieder in Vergessenheit gerät, hat der Verein per Vertrag die Trägerschaft übernommen. Kümmern müssen sich die Mitglieder diesem zufolge um alle Elemente und technischen Einrichtungen, die zum Betrieb des Wasserspeiers erforderlich sind, einschließlich der Rohrleitungen und Verbindungen in das Verwaltungsgebäude. Die Stadt als Eigentümerin unterstützt sie dabei. So soll der Hausmeister des Rathauses auch in Bezug auf den Brunnen nach dem Rechten sehen. Die Stadt trägt die Kosten für Strom und Wasser. 15 000 Euro Zuschuss wurden gezahlt.

"Offenbar gibt es im Leitungssystem Leckagen, so dass nicht der volle Druck bei den Wasserspeiern ankommt", sagt der Vereinsvorsitzende Jürgen Steinmetz. "Die jetzt aufgetretenen Schäden waren vorher nicht zu erkennen oder abzusehen, so dass wir eigentlich sicher waren, eine gute Arbeit abgeliefert zu haben. Jetzt arbeiten wir mit Hochdruck daran, den Fehler zu finden, um die Brunnenanlage so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen." Die Firma Leenders, die seinerzeit die Anlage wassertechnisch errichtet habe, sei gemeinsam mit auswärtigen Fachleuten auf der Suche nach den Ursachen.

(NGZ)