Kaarst: Laute Flieger unter Kontrolle

Kaarst: Laute Flieger unter Kontrolle

Der Düsseldorfer Flughafen will wieder über Start- und Landezeiten, Ausnahmeregelungen und Verspätungen informieren. Dies ist das Ergebnis eines Treffens der Fluglärmkommission mit Airport-Chef Christoph Blume.

Franz-Josef Moormann sieht die Fluglärmkommission auf einem guten Weg. "Ich denke, dass die Entscheidung des Flughafens zu mehr Transparenz sehr gut zu dem europäischen Umweltgedanken passt. Die Behörden können gar nicht eine Überwachung aller großen Einrichtungen wie Flughäfen oder Industrienanlagen leisten. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass diese Unternehmen selbstständig wesentliche Informationen veröffentlichen", so der Kaarster Bürgermeister.

Konkret bezieht sich der Verwaltungschef auf die Zusage von Airport-Chef Christoph Blume, ab sofort wieder detaillierte Angaben über die tatsächlichen Start- und Landezeiten, Ausnahmeregelungen und Verspätungen der Flugzeuge im Internet zugänglich zu machen. Diese Transparenz hatte der Flughafen zuletzt ohne Begründung vermissen lassen – Fluglärm-Bewegungen und die Fluglärm-Kommission hatten diesen Vorgang immer wieder kritisiert. Am Montag nun, beim turnusmäßigen Treffen der Kommission in Düsseldorf, hatte Moormann die Forderung nach mehr Transparenz auf die Tagesordnung setzen lassen.

Mit Erfolg: "Durch die Zusage können die Kaarster Bürger wieder nachvollziehen, ob und wann der Düsseldorfer Flughafen die Vorgaben nicht einhält", so Moormann. Zwischenzeitlich hatte die Kommission auch die Unterstützung von NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper, der nachdrücklich klarere Angaben seitens des Flughafen eingefordert hatte.

Am Montag gab es zudem positive Signale hinsichtlich der Anzahl der Starts und Landungen in der sensiblen Nachtzeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr. Blume sicherte eine deutliche Reduzierung der Nachtflüge zu. Für die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ist die Ankündigung immerhin schon in die Tat umgesetzt worden: Um 23.02 Uhr setzte die Maschine aus Faro als letzte Maschine des Tages auf, gestern morgen landete um 6.03 Uhr die erste Maschine aus New York. "Dieser Trend muss sich für das gesamte Jahr 2010 fortsetzen", fordert Dieter Spindler, Bürgermeister der Stadt Meerbusch und Vorsitzender der Fluglärm-Kommission.

Eine Ernüchterung musste die Kommission jedoch auch hinnehmen: Über die Bewertung des Probebetriebes zur Ermittlung der Kapazitäten von Start- und Landebahn konnte keine Einigung erzielt werden. Und auch im Hinblick auf eine Neuberechnung der Schutzzonen müssen sich die betroffenen Kommunen weiterhin in Geduld üben. Moormann hatte am Montag eine entsprechende Anfrage gestellt. "Das Datenerfassungssystem ist noch nicht fertig. Die Städte sollen im Sommer an der Neuberechnung beteiligt werden. Bis dahin müssen wir ausloten, ob wir Forderungen stellen", so Moormann.

(NGZ)