Analyse: Lars Christoph will's wissen

Analyse: Lars Christoph will's wissen

Ihm geht's um Mitglieder und Basis - aber wohl auch die eigene Position. Der Kaarster CDU-Chef wollte schon einmal in den Bundestag. 2009 unterlag er aber dem Mann, den er jetzt aus dem Rennen schlug.

Das hat gesessen. Beim CDU-Kreisparteitag hat Lars Christoph den Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling um den Posten eines der stellvertretenden Kreisparteivorsitzenden gebracht. Mit seiner Kandidatur, die aus der passgenauen Nummer mit zwei Kandidaten - neben Heveling auch Heike Troles aus Grevenbroich - eine Kampfabstimmung machte, brachte Christoph das Personaltableau durcheinander. Bei der Abstimmung kam er nicht nur durch, sondern erzielte auch das beste Ergebnis der drei Kandidaten.

Und das mit einer kritischen Botschaft: Die CDU müsse mehr auf ihre Basis hören und ihre Mitglieder pflegen. Da wurden manche Gesichter in der Führungsriege noch länger. Die - angesichts der ehrgeizig vorangetriebenen Karriere des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden nicht unberechtigte - Vermutung dürfte gewesen sein: Dem 38-Jährigen geht es um die Sache, aber auch um die eigene Positionierung. Dafür ist ein stellvertretender Parteivorsitz nützlich.

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Nur zum Mitdiskutieren hätten weder Heveling noch Christoph das Amt gebraucht. Kooptiert und beratend sind sie sowieso dabei. Dass Christoph seine politische Laufbahn nicht in Kaarst beschließen will, ist klar, seit er 2009 versucht hat, in der Nachfolge von Willy Wimmer im Wahlkreis Krefeld I/Neuss II von der CDU als Bundestagskandidat aufgestellt zu werden. Damals hatte er gegen Heveling keine Chance. Nun wurde in Bund und Land gerade erst gewählt, aber die Botschaft ist deutlich: Das war's noch nicht.

Christoph bringt sich für andere Aufgaben in Partei und Parlamenten in Stellung. Dass er Stimmen - auch gegen vermeintliche Favoriten - mobilisieren kann, hat er beim Parteitag schon einmal gezeigt.

(ki-)