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Kaarst: Land will "Ikea-Straße" in 2013 nicht fördern

Kaarst : Land will "Ikea-Straße" in 2013 nicht fördern

Weil die Gümpgesbrücke offenbleiben soll, gibt es für den Bau der K 37n zunächst kein Geld. Was 2014 wird, ist unklar.

Die Offenhaltung der Gümpgesbrücke — für die Bürger in Holzbüttgen ist sie bislang die unumstößliche Voraussetzung für eine Verkehrserschließung des geplanten Ikea-Gewerbegebiets "Kaarster Kreuz".

Für das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen ist sie ein Grund, den Bau der Erschließungsstraße K 37n nicht — wie von der Verwaltung erhofft — in das Förderprogramm auf Grundlage des sogenannten Entflechtungsgesetzes aufzunehmen, jedenfalls nicht für das kommende Jahr. Das hat jetzt ein Gespräch zwischen Ministerium, Bezirksregierung, Kreis und Stadt ergeben.

Für die Verwaltung ist das keine gute Nachricht, denn von der möglichen Millionen-Förderung hängt die Wirtschaftlichkeit des gesamten Gewerbegebietsprojektes ab. Allein für die K 37n sind die Kosten seit Februar um rund zweieinhalb Millionen Euro auf rund 14 Millionen gestiegen — unter anderem wegen notwendiger Entwässerungseinrichtungen und einer umfangreichen "wegweisenden Beschilderung".

Fakt ist: Wegen der angespannten Haushaltslage wurde vom Land für 2013 ein "Notprogramm" aufgestellt, das neben laufenden Fördermaßnahmen lediglich die Beseitigung von Bahnübergängen finanziell unterstützt. 2009 hatten die Holzbüttgener während einer Bürgerversammlung massive Bedenken gegen die ursprüngliche, erste Verkehrsplanung für das künftige Gewerbegebiet geäußert.

Die Verwaltung ließ daraufhin zwei neue Gutachten erstellen, die alle von den Bürgern angeregten Möglichkeiten der Offenhaltung der Gümpgesbrücke neben einem neuen Brückenbauwerk unter die Lupe nahmen. Sorge machte damals vor allem die bis dato von der Stadt angedachte und gutachterlich empfohlene Schließung der Gümpgesbrücke als Zufahrt nach Holzbüttgen über die Siemensstraße.

Die neuen Gutachten fanden dafür eine Lösung — die sogenannte "Variante 7": Wie eine Autobahnanschlussstelle soll die Verkehrsführung jetzt die Form eines halben Kleeblatts haben. Die neue K 37n wird über eine Brücke an die Neersener Straße angebunden. Die Gümpgesbrücke bleibt offen. Ende Januar will der Stadtrat den entsprechenden Bebauungsplan als Satzung beschließen. Grüne und UWG bezweifeln die grundsätzliche Tragbarkeit des Verkehrskonzepts. Ob eine Förderchance für 2014 besteht, bleibt offen.

Manfred Meuter, Technischer Beigeordneter im Rathaus, setzt diesbezüglich auf das Prinzip Hoffnung. "Für das Projekt spricht, dass wir überhaupt Gespräche führen", sagt er. "Ich gehe davon aus, dass das auch im kommenden Jahr der Fall sein wird. Bis dahin arbeiten wir weiter wie gehabt." Eine Verzögerung in der Projektplanung ergebe sich zunächst einmal nicht. "Ein Baubeginn in 2013 war ohnehin nicht vorgesehen."

(NGZ/rl/top)